Industrie schultert Milliardenkosten Image
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Die deutsche Metall- und Elektro-Industrie wendete im vergangenen Jahr für die Beschäftigungssicherung durch Kurzarbeit Milliarden auf. So veranschlagt das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) die Kosten, auf denen die Unternehmen bei Kurzarbeit sitzen bleiben („Remanenzkosten“), pro Arbeitsstunde auf rund 7 Euro, selbst wenn die Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent von der Arbeitsagentur übernommen werden. In der Metall- und Elektro-Industrie betrug der Arbeitsausfall im Jahr 2009 rund 200.000 Vollzeitäquivalente, was über 300 Millionen Arbeitsstunden entspricht. Daraus errechnet sich eine Kostenbelastung von mindestens 2,2 Milliarden Euro.

Noch einmal deutlich höher ist der Zuschussbetrag der M+E-Industrie, wenn berücksichtigt wird, dass nur ein Teil der Betriebe von einer hundertprozentigen Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur profitiert: In den ersten sechs Monaten müsste dafür der Kurzarbeiter qualifiziert werden. Zudem wird in vielen Unternehmen das Kurzarbeitergeld aufgrund tariflicher Vereinbarungen aufgestockt. Letztlich berücksichtigt die Rechnung auch nicht, dass auch für Kurzarbeiter Personalfixkosten zu tragen sind, die Miete für das Büro bleibt ja.

21. September 2016

Personalkosten Arbeit in Deutschland ist teuerArrow

Westdeutsche Industriebetriebe mussten auch im Jahr 2015 mit sehr hohen Arbeitskosten zurechtkommen. Nur in wenigen kleineren Ländern war Personal teurer. Zu diesem Ergebnis kommt der 44 Länder umfassende Arbeitskostenvergleich des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr auf iwd.de

Industrielle Arbeitskosten im internationalen Vergleich
IW-Trends, 20. September 2016

Christoph Schröder Industrielle Arbeitskosten im internationalen VergleichArrow

Die Arbeitskosten des westdeutschen Verarbeitenden Gewerbes beliefen sich im Jahr 2015 auf 40,90 Euro je Arbeitnehmerstunde. Damit liegt Westdeutschland an sechster Stelle des 44 Länder umfassenden Arbeitskostenvergleichs des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und hat gegenüber dem Durchschnitt der fortgeschrittenen Industrieländer um fast ein Viertel höhere Arbeitskosten zu tragen. mehr

Jochen Pimpertz in der Bilanz
Gastbeitrag, 18. August 2016

Jochen Pimpertz in der Bilanz Das falsche InstrumentArrow

Die SPD schlägt Freibeträge in der Sozialversicherung vor, um Haushalte niedrigen und mittleren Einkommens zu entlasten. Die Idee setze nicht an der richtigen Stelle an, schreibt Jochen Pimpertz, IW-Experte für Sozialpolitik, in der Bilanz. mehr