Kreditvergabe der Banken Image
Quelle: ElenaR - Fotolia

Das Konzept der gezielten Langfristtender ist einfach: Die Banken erhalten zu einem festen Niedrigzins einen Kredit für vier Jahre. Allerdings nur so lange Ihre Kreditvergabe in den ersten zwei Jahren über einem zuvor festgelegten Wert liegt. Vergibt die Bank weniger Kredite, muss sie das geliehene Geld der EZB frühzeitig zurückzahlen.

In der ersten Vergaberunde fragten die Banken nun nur 82,6 Milliarden Euro nach. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Banken erst das Ergebnis des Bankenstresstests abwarten wollen. Erst danach, so das Argument, werden sie ihre weitere Kreditvergabe planen und entsprechend im zweiten Anlauf mehr Geld bei der EZB nachfragen. Dies würde von einer vorausschauenden und vorsichtigen Planung der Banken zeugen.

Doch es ist fraglich, ob das wirklich der vorrangige Grund für die zögerliche Kreditvergabe ist. Denn diese ist schon länger rückläufig, obwohl sich die europäischen Banken schon seit geraumer Zeit Geld zu sehr niedrigen Zinsen bei der EZB leihen können. Dennoch ist die Kreditvergabe nicht gestiegen – gerade in Problemländern wie Griechenland oder Spanien. Und das, obwohl die Nachfrage nach Unternehmenskrediten dort leicht gestiegen ist. Doch gerade die klein bis mittelgroßen Unternehmen aus den Peripherieländern, die sich um Kredite bemühen, sind oftmals kaum profitabel und/oder stark verschuldet. Weiterhin stockt die Konjunktur und die Banken bleiben vorsichtig. Unsichere Erwartungen über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung hemmen ihre Kreditvergabe. Zusätzliche Liquidität in einem Umfeld ausreichender Liquidität ändert deshalb wenig daran, welche Risiken die Banken einzugehen bereit sind.

Einiges spricht dafür, dass strukturelle und konjunkturelle Gründe und nicht fehlende Liquidität dazu beitragen, dass die Banken bei der Kreditvergabe zögern. In Deutschland stehen jedenfalls deutlich weniger Unternehmen vor dem Problem, dass sie keine Kredite bekommen.

Schadet die EZB-Geldpolitik mehr, als sie nützt?
Gastbeitrag, 19. Oktober 2016

Michael Hüther im Magazin Positionen Schadet die EZB-Geldpolitik mehr, als sie nützt?Arrow

Die Europäische Zentralbank will die Wirtschaft ankurbeln, indem sie die Zinsen gen null drückt: Sparen allein lohnt nicht mehr – wer sein Geld mehren will, muss investieren. Aber sorgt dieser Gedanke tatsächlich für den angestrebten Effekt? Diese Frage ergründet IW-Direktor in einem Gastbeitrag für Positionen, das Magazin der deutschen Versicherer. mehr

Die Politik kann das volkswirtschaftliche Risiko drosseln
Gastbeitrag, 6. Oktober 2016

Tobias Hentze auf xing.com Die Politik kann das volkswirtschaftliche Risiko drosseln Arrow

Wie stark belastet die Niedrigzinspolitik die Betriebsrenten? Die andauernde Zinspolitik der EZB beschert Unternehmen finanzielle Sorgen: Firmen müssen heute für Pensionen mehr Geld zurückstellen, als noch vor wenigen Jahren. Was muss jetzt passieren? mehr

26. September 2016

Geldpolitik Draghische EntscheidungenArrow

Seit 2008 zieht die Europäische Zentralbank (EZB) ein geldpolitisches Instrument nach dem anderen aus dem Hut, um die Märkte zu stabilisieren, die Wirtschaft zu beleben oder – wie derzeit – die Inflation anzukurbeln. Weil bislang nicht alle erhofften Wirkungen eingetreten sind, soll EZB-Chef Mario Draghi nach dem Willen einiger Ökonomen noch tiefer in die geldpolitische Trickkiste greifen. Doch das ist nicht notwendig. Denn tatsächlich wirkt die Niedrigzinspolitik – auf dem Arbeitsmarkt. mehr auf iwd.de