Kredithilfen für Griechenland Image
Quelle: Fotolia

Gegen diese Pläne regt sich in Berlin allerdings Kritik. Doch das Geld ist als strategische Geste gut investiert – nicht zuletzt, um zu verhindern, dass Deutschland mit noch mehr Geld dauerhaft haften muss. Mit den 100 Millionen soll schließlich die Kreditklemme bei KMU in Griechenland bekämpft werden. Denn oft erhalten kleine Unternehmen im Moment selbst mit solidem Geschäftsmodell und guten Wachstumsperspektiven kaum Kredite oder nur zu hohen Zinsen. Die Niedrigzinspolitik der EZB kommt aufgrund der Probleme im Bankensektor also bei ihnen nicht an. Diese Kreditklemme droht den sich abzeichnenden Aufschwung im Keim zu ersticken.

Auch politisch sind die Kredithilfen ein kluger Schachzug. Denn Deutschland steht in Europa am Pranger. Ihm wird vorgeworfen, durch den niedrigen Eurokurs und vor allem durch die Niedrigzinsen im eigenen Land sogar von der Euro-Schuldenkrise zu profitieren. Schnell werden daraus Forderungen nach einer Vergemeinschaftung der Haftung oder gar einer Transferunion zulasten Deutschlands abgleitet. Die Krise mit derartigen dauerhaften Fehlsteuerungen zu bekämpfen, wäre jedoch grundfalsch.

Mit den jetzt geplanten Kredithilfen kann Deutschland hingegen gezielt seinen aktuellen Zinsvorteil über die Kreditanstalt für Wiederaufbau an die neu zu gründenden Förderbanken der Krisenländer weiterreichen – und somit punktgenau, aber nur temporär die Probleme der Krise bekämpfen helfen.

Ansprechpartner

IW-Pressemitteilung, 23. Januar 2017

Globale Unsicherheiten EU muss Stärke beweisenArrow

Die Europäische Union steht 2017 vor großen Herausforderungen und Unsicherheiten: Donald Trump, der Brexit und wirtschaftliche Probleme in der Eurozone drohen, den Freihandel einzuschnüren und die Wirtschaft langfristig auszubremsen. Doch die EU kann reagieren: Sie muss die eigenen Hausaufgaben machen. mehr

Presseveranstaltung, 23. Januar 2017

Pressegespräch Mit Trump, trotz Brexit: Wie die EU zu retten istArrow

Das IW hat analysiert, was die EU tun kann, um die Herausforderungen zu meistern und die Wirtschaft langfristig zu stärken. Unter anderem kommt dabei der EZB eine zentrale Rolle zu. Die Ergebnisse und die Entwicklungen erläutert IW-Direktor Michael Hüther in einem Pressegespräch. mehr

23. Januar 2017

IW-Unternehmensbefragung Brexit – na und?Arrow

Deutsche Firmen sehen dem Brexit überraschend entspannt entgegen. Nur wenige – vor allem aus der Industrie – erwarten negative Folgen für ihre Geschäfte. Andere können dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union sogar Positives abgewinnen, zeigt eine Unternehmensbefragung des IW Köln. mehr auf iwd.de