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Der Benzinpreis in Deutschland wird von vielen Faktoren beeinflusst. Den generell hohen Sockelpreis verursachen die Steuern. Bei einem Preis von 1,409 pro Liter Superkraftstoff gehen 78,3 Cent an den Fiskus. Mit der Energiesteuer auf Kraftstoffe hat der Staat allein im Jahr 2008 Einnahmen von 33,6 Milliarden Euro erzielt. Auf die schwankenden Tagespreise haben die hohen Steuern allerdings kaum Einfluss, denn die Steuersätze sind seit Jahren unverändert. Die Schwankungen erklären sich vielmehr zum Großteil aus der Entwicklung von Rohölpreis und Dollarkurs. Diese beiden Faktoren hatten großen Anteil daran, dass die Kraftstoffpreise zuletzt gestiegen sind.

Neben diesen beiden Einflussgrößen spielt auch der Marktpreis für Benzin auf dem Spotmarkt von Rotterdam eine große Rolle für den aktuellen Benzinpreis. Tatsächlich wird nämlich nicht nur Rohöl weltweit gehandelt, sondern auch die fertigen Kraftstoffe und zwar in erheblichen Mengen. Vor allem die USA decken sich in Rotterdam mit Benzin ein, da die amerikanischen Raffineriekapazitäten nicht ausreichen, um die US-Nachfrage zu bedienen.

Das ist normalerweise kein allzu großes Problem, da Europa Benzin im Überfluss produziert, während hierzulande der Diesel knapp ist und in großen Mengen aus Russland importiert werden muss. Solange die US-Nachfrage aus den Überschüssen bedient werden kann, bleiben die Folgen für die deutschen Zapfsäulenpreise überschaubar. Doch wenn in den USA die Reisesaison beginnt, schnellen die Preis nach oben und schlagen auf die Zapfsäulenpreise durch. Diesen Effekt sieht man derzeit auf den Märkten. So stieg der Dollar-Preis für ein Barrel Rohöl (Brent) seit dem 1. Februar 2010 um 8,5 Prozent. Der Spotmarktpreis für raffiniertes Benzin,ebenfalls in Dollar gerechnet,legte aber im gleichen Zeitraum um über 21 Prozent zu. Dieser Ausschlag zeigt sich auch an den Zapfsäulen, wo der Euro-Preis für Benzin um knapp 10 Prozent nach oben kletterte.

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