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Mehr Länder müssen mehr machen, um das Ziel von maximal 2 Grad Erderwärmung zu erreichen. Darüber sind sich Klimaforscher einig. In Durban allerdings haben sich weniger Länder zu bisher noch gar nichts verpflichtet. Das Kyoto-Protokoll soll zwar fortgesetzt werden, allerdings nun auch noch ohne Japan, Russland und Kanada. Minderungsziele und Dauer der Verpflichtungsperiode stehen noch aus.

Der globalen Erwärmung kann ein solches Abkommen, das 15 Prozent der weltweiten Treibhausgase umfasst, kaum etwas entgegensetzen. Dazu müssen vor allem China, Indien und die USA ihre Blockadehaltung aufgeben. Mit diesen Staaten soll bis 2015 über ein Abkommen für 2020 verhandelt werden. Das ist viel zu spät für ein energisches Vorgehen gegen die Erderwärmung. Aber auch aus wettbewerbspolitischen Gesichtspunkten ist das eine Enttäuschung. Denn Chinesen, Inder und Co. machen weiter wie bisher, während z.B. die Europäer Anpassungslasten in Milliardenhöhe schultern müssen, die letztlich auf die Preise draufgeschlagen werden müssen. Für die Wirtschaft bleibt zu hoffen, dass der neue UN-Mechanismus für den Transfer von Umwelttechnologien europäischen Vorreiterunternehmen Chancen bieten wird.

Die Nebenschauplätze des Verhandlungsmarathons haben immerhin eine klare Botschaft hervorgebracht: Es wird wärmer als wir wollten, darauf müssen sich alle Staaten einstellen. Vorsorglich wurden deshalb in Durban die Aufgaben des sogenannten Anpassungskomitees weiter präzisiert. Anpassung an die Folgen des Klimawandels dürfte für die Weltgemeinschaft und vor allem für die Entwicklungsländer immer wichtiger werden. Günstiger als die Ursachenvermeidung wird das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Ob die jährlichen 100 Milliarden Euro des neuen „Green Climate Fonds“ wettmachen, was man beim Klimaschutz versäumt, darf bezweifelt werden.

30. Juni 2016

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