Kinderbetreuung Image
Laut IW-Schätzung fehlen in Deutschland rund 165.000 Plätze für die Betreuung von unter Dreijährigen. Foto: Christopher Futcher/iStock

Nach Angaben des statistischen Bundesamts besuchten im März 2016 rund 614.000 unter Dreijährige eine Kindertageseinrichtung und 107.000 eine Kindertagespflege. Das sind 26.000 Kinder bzw. 3,7 Prozent mehr als 2015. Allerdings ist der Prozentwert verzerrt, denn in den vergangenen Jahren ist auch die Zahl der Geburten gestiegen, was sich auf die Betreuungsquoten auswirkt. Diese lassen sich derzeit für 2016 noch nicht exakt bestimmen, da die Bevölkerungszahlen noch nicht vorliegen – eine Annäherung, indem die Zahl der Geburten als Vergleichswert genutzt wird, ist jedoch möglich: Für das Jahr 2016 ergibt sich so eine Betreuungsquote von 33,8 Prozent. Für das Jahr 2015 liegt der Wert mit 33,6 Prozent nur geringfügig niedriger.

Dabei gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Die höchste Betreuungsquote findet sich mit 60,8 Prozent in Brandenburg, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 59,2 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 57,8 Prozent. Am niedrigsten ist sie in Nordrhein-Westfalen mit 26,6 Prozent, Bremen mit 27,3 Prozent und Bayern mit 27,9 Prozent.

Von einem flächendeckenden Betreuungsangebot für unter Dreijährige ist Deutschland also noch immer sehr weit entfernt. Denn der Betreuungsbedarf hätte laut Familienministerium schon für das Jahr 2014 bei einem Anteil von 41,5 Prozent bei den unter Dreijährigen gelegen. Multipliziert man diesen Wert mit der Zahl der Geburten in den Jahren 2013 bis 2015, ergibt sich – näherungsweise – ein Bedarf von 886.000 Betreuungsplätzen für unter Dreijährige und damit eine Lücke von 165.000 Plätzen.

Beim Ausbau der Betreuungsinfrastruktur für unter Dreijährige hat die Politik also ihr Ziel noch längst nicht erreicht. Neben der Quantität muss sie allerdings auch die Qualität der Betreuungsangebote stärker in den Blick nehmen, da die Anforderungen an die frühkindliche Betreuung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Insbesondere gilt dies mit Blick auf die Integration der Flüchtlingskinder.

Ansprechpartner

17. November 2016

Interview „Ohne zusätzliche Privatvorsorge geht es nicht“Arrow

Welche Stellschrauben gilt es bei der Rente zu drehen? Über ihre Vorstellungen einer zukunftsfähigen Lösung sprechen Jochen Pimpertz, Leiter des Kompetenzfelds Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, und Eva Maria Welskop-Deffaa, als Bundesvorstandsmitglied der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zuständig für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sowie Sozialpolitik. mehr auf iwd.de

15. November 2016

Gesetzliche Rentenversicherung Die Rentenbeiträge werden steigenArrow

Aufgrund des demografischen Wandels müssen die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung in Zukunft selbst dann höhere Lasten schultern, wenn das Rentenniveau sinkt. Ein konstantes oder gar höheres Rentenniveau würde den Beitragszahlern zusätzliche Kosten aufbürden. mehr auf iwd.de

Veranstaltung, 10. November 2016

Berliner Gespräche Herbsttagung 2016 Reform der Alterssicherung im demografischen Wandel – Aufgaben für die nächste LegislaturperiodeArrow

Das Jahr 2017 steht im Zeichen der Bundestagswahl, deren Ausgang auch für die Alterssicherung richtungsweisend sein kann. Denn die nächste Legislaturperiode wird die letzte sein, bevor die Baby-Boomer nach und nach in den Ruhestand wechseln. Noch besteht die Möglichkeit, den Ausgleich zwischen den Generationen zu tarieren, doch es ist Eile geboten. mehr