Kalte Progression Image
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Diese richtige finanzpolitische Ausrichtung verbietet es jedoch nicht, dass zumindest im gegenwärtigen Aufschwung die Chance genutzt wird, steuerpolitische Fehlentwicklungen und Ärgernisse zu korrigieren. Dazu gehört die kalte Progression. Wenn sich die Einkommen in gleichem Maße erhöhen wie die Preise, bleibt zwar das reale Bruttoeinkommen konstant. Weil für ein höheres Bruttoeinkommen aber überproportional höhere Steuern zu bezahlen sind, sinkt die Kaufkraft der Arbeitnehmer. Das nennt man kalte Progression.

Von den Gegnern einer jeglichen Steuerkorrektur wird selbst die Ausschaltung dieser kalten Progression mit fadenscheinigen Argumenten bekämpft. Da heißt es zum Beispiel, es dürfe keine Steuersenkung auf Pump geben. Wenn man diesem Slogan folgt, hätte man in Deutschland nie die Steuern senken dürfen. Denn in der langen Geschichte der Bundesrepublik hat der Bund immer zusätzlich Schulden gemacht. Die Ausschaltung der kalten Progression ist kein ungerechtfertigtes Steuergeschenk. Sie verhindert lediglich, dass sich der Staat an der Inflation bereichert.

Ökonomisch abstrus ist der Hinweis, mit der Abschaffung der kalten Progression und damit der automatischen Berücksichtigung der Inflation im Steuerrecht würde der Inflationsmentalität in Deutschland Tür und Tor geöffnet. Das Gegenteil ist der Fall. Die Gewerkschaften stellen in Zeiten höherer Preissteigerungen auch nominal höhere Lohnforderungen. Sie wissen, dass ansonsten durch das Zusammenwirken von Inflation und Progression real bei den Arbeitnehmern weniger oder überhaupt nichts ankommt. Im Umkehrschluss heißt das, die Abschaffung der kalten Progression wird nicht die Inflationsmentalität schüren, sondern einen sinnvollen Beitrag zur Stabilitätskultur liefern.

IW-Kurzbericht, 16. Februar 2017

Markus Demary The End of Low Interest Rates?Arrow

After the economic recovery has strengthened and inflation rates have increased, hopes for higher interest rates emerged among savers, while debtors began to fear higher financing costs. This article argues, that there is room for higher interest rates, but this room is small compared to historical interest rate levels. mehr

Gastbeitrag, 8. Februar 2017

Tobias Hentze auf makronom.de Wenn nicht jetzt, wann dann?Arrow

Es erscheint als ein Luxusproblem für die Politik: Wohin mit den Überschüssen in den öffentlichen Haushalten? Schulden tilgen, Investitionen erhöhen? Bei genauem Hinsehen ist eine Option den anderen überlegen: Die Zeit ist reif für eine Steuerentlastung, die diesen Namen verdient. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Tobias Hentze im Online-Magazin für Wirtschaftspolitik makronom.de. mehr

Reform der Grunderwerbsteuer
Gutachten, 6. Februar 2017

Tobias Hentze / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Reform der GrunderwerbsteuerArrow

Deutschland gilt als Mieternation. Lediglich 45 Prozent der Haushalte in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Dies liegt zum großen Teil an der hohen Grunderwerbssteuer. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat untersucht, was nötig wäre, um die Wohneigentumsquote zu erhöhen. mehr