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Insgesamt macht die sogenannte kalte Progression von 2010 bis 2017 mehr als 20 Prozent der gesamten steuerlichen Mehrbelastung durch steigende Einkommen aus. Trotz Erhöhung des Grundfreibetrages werden die Steuerzahler allein in den Jahren 2013 und 2014 mit 3,5 Milliarden Euro zusätzlich belastet. Die Berechnungen des IW Köln zeigen darüber hinaus: Bezieher niedriger Einkommen werden durch die kalte Progression prozentual höher belastet als Steuerpflichtige mit hohen Einkommen.

Um das Steuersystem gerechter zu gestalten, schlagen die Autoren der Studie vor, die Grenzen des Einkommenssteuertarifs an die Verbraucherpreise zu koppeln. Dies solle im Einkommenssteuergesetzbuch verankert werden. Eine Zustimmung von Bundestag und Bundesrat wäre nach dem Reformvorschlag nur noch dann erforderlich, wenn die automatische Tarifanpassung ausgesetzt werden soll.

Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Thilo Schaefer: Kalte Progression – Mikrosimulationsanalyse der Auswirkungen inflationsbedingter Einkommensteuererhöhungen

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8. Dezember 2016

Einkommenssteuer „Es geht um hart erarbeitetes Geld“Arrow

Das IW Köln plädiert für die Beseitigung der kalten Progression in der deutschen Einkommenssteuer, der nächste Schritt wäre ein Abbau des sogenannten Mittelstandsbauchs. Warum es richtig ist, die Steuerzahler zu entlasten, darüber hat der „iwd“ mit dem Finanzwissenschaftler und Präsidenten des Münchener ifo Instituts Clemens Fuest gesprochen. mehr auf iwd.de

Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten Progression
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

Schadet die EZB-Geldpolitik mehr, als sie nützt?
Gastbeitrag, 19. Oktober 2016

Michael Hüther im Magazin Positionen Schadet die EZB-Geldpolitik mehr, als sie nützt?Arrow

Die Europäische Zentralbank will die Wirtschaft ankurbeln, indem sie die Zinsen gen null drückt: Sparen allein lohnt nicht mehr – wer sein Geld mehren will, muss investieren. Aber sorgt dieser Gedanke tatsächlich für den angestrebten Effekt? Diese Frage ergründet IW-Direktor in einem Gastbeitrag für Positionen, das Magazin der deutschen Versicherer. mehr