Jugendarbeitslosigkeit in Europa Image
Quelle: Fotolia

In allen europäischen Ländern haben es Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Ältere. Das ist keineswegs ein neues Phänomen, sondern schon seit Jahrzehnten zu beobachten. Ein Grund dafür ist, dass Betriebe in Krisenzeiten auf Einstellungen verzichten. Deshalb findet die Jugend keinen Zugang zum Arbeitsmarkt.

Zudem spielt ein statistisches Phänomen eine Rolle: Schüler und Studenten werden bei der Berechnung der Jugendarbeitslosenquote nicht mitgezählt, sondern nur all jene, die dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen. Das verfälscht das Bild, denn gerade jene mit langer Ausbildung haben später bekanntlich viel bessere Chancen, einen Job zu finden.

So ist die Jugendarbeitslosigkeit zum Beispiel in Griechenland in der Krise auf 60 Prozent angestiegen – was allerdings nicht heißt, das 60 Prozent der jungen Griechen arbeitslos sind: Bezogen auf die Gesamtbevölkerung in diesem Alter, also inklusive Schüler und Studenten, beträgt der Anteil arbeitsloser Jugendlicher in Griechenland lediglich 15 Prozent. Schlimmer ist die Lage in Spanien, wo 20 Prozent der Jugendlichen vergeblich nach Arbeit suchen.

In vielen Ländern wird versucht, arbeitslose Jugendliche mit Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik in einen Job zu bringen – zum Beispiel mit Qualifizierungsmaßnahmen. Ob so etwas sinnvoll ist, hängt immer vom Einzelfall ab. In den südeuropäischen Krisenländern ist die Arbeitslosigkeit jedoch vorwiegend krisenbedingt oder von ineffizienten Institutionen mitverursacht. Diese grundsätzlichen Probleme kann Arbeitsmarktpolitik nicht lösen – nicht einmal, wenn die Politik noch wesentlich mehr Geld ausgibt.

Ansprechpartner

„Bis 2020 haben wir Vollbeschäftigung“
Interview, 9. Februar 2017

Klaus-Heiner Röhl auf brandeins.de „Bis 2020 haben wir Vollbeschäftigung“Arrow

IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl prognostiziert, dass es auch im Osten Deutschlands bis zum Jahr 2020 vielerorts Vollbeschäftigung geben wird. Im Interview mit dem Onlinemagazin brandeins.de spricht er außerdem über Pendler-Hochburgen und Abwanderungsregionen. mehr

Maastricht ebnet Weg zum Euro: Ein Vertrag mit Schwächen
Gastbeitrag, 7. Februar 2017

Berthold Busch auf n-tv.de Maastricht ebnet Weg zum Euro: Ein Vertrag mit SchwächenArrow

Heute vor 25 Jahren wurde der Vertrag von Maastricht unterzeichnet. Er war ein Meilenstein auf dem Weg zur EU in ihrer heutigen Form und auch zum Euro. Doch für Partystimmung sorgt das Jubiläum nicht. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Berthold Busch auf n-tv.de. mehr