Geldpolitik in der Sackgasse Image
Quelle: Fotolia

Japanische Haushalte und Unternehmen halten sich in puncto Ausgaben schon seit langem zurück. Das belegt die seit Jahren herrschende Wirtschaftsflaute des Landes. Die Strategie der Zentralbank ist außerdem riskant: Wirkt sich die Geldpolitik wider Erwarten doch auf die Preise aus, könnte der immense monetäre Impuls so stark sein, dass der Yen stark abwertet und die Inflationsrate deutlich höher ausfällt als beabsichtigt.

Die neue Geldpolitik zielt darüber hinaus in die falsche Richtung, denn mit ihr wird die Zentralbank die sowieso schon zu hohe Staatsverschuldung des Landes finanzieren: Japan hatte im Jahr 2012 ein Haushaltsdefizit von 9,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, umgerechnet rund 460 Milliarden Euro. Wird der neue geldpolitische Kurs umgesetzt, hätte die Politik keinen Grund zum Sparen und die Staatsverschuldung von schwindelerregenden 214 Prozent der Wirtschaftsleistung würde weiter steigen.

Aus all diesen Gründen wäre Japan stattdessen gut beraten zweierlei zu tun: Erstens die längst überfälligen Strukturreformen angehen – so werden noch immer Berufsgruppen wie Landwirte und Ärzte durch Regulierungen geschützt. Zweitens den Staatshaushalt auf investive Ausgaben wie die Modernisierung der Infrastruktur zu konzentrieren und die viel zu hohen Staatsschulden abzubauen.

Ansprechpartner

Referendum in Italien
IW-Nachricht, 2. Dezember 2016

Referendum in Italien Panik unangebracht Arrow

Am Sonntag stimmen die Italiener darüber ab, ob sie der vernünftigen und überfälligen Verfassungsreform ihrer Regierung zustimmen oder nicht. Das Referendum gilt auch als Vorentscheid über den Verbleib Italiens in der Europäischen Währungsunion. Doch selbst bei einem „Nein“ zu den Reformen ist ein Euro-Austritt längst nicht ausgemacht. mehr

IW policy paper
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

Wahl in Frankreich
IW-Nachricht, 25. November 2016

Wahl in Frankreich Große Herausforderungen für den SiegerArrow

Am Sonntag entscheiden Frankreichs Konservative per Vorwahl, wer gegen Marine Le Pen bei der Wahl zum Staatsoberhaupt antreten wird – François Fillon oder Alain Juppé. Doch ganz gleich, wer im Frühjahr Staatsoberhaupt wird: Es warten sehr große Herausforderungen. mehr