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Dabei stellt diese Gruppe, die sich in den vergangenen zehn Jahren auf über 27.000 Personen verdoppelt hat, die idealen Zuwanderer dar: Sie sind jung, haben oft einen technisch-naturwissenschaftlichen Abschluss und sprechen typischerweise bereits gut Deutsch: perfekte Voraussetzungen, um sich erfolgreich auch in den hiesigen Arbeitsmarkt zu integrieren. Noch heute müssen viele von ihnen jedoch Deutschland wieder verlassen, etwa wenn Behörden der Meinung sind, dass die nach dem Examen angenommene Tätigkeit nicht der im Studium erworbenen Qualifikation entspricht.

Das Jahresgutachten fordert zur langfristigen Fachkräftesicherung ein Drei-Säulen-Modell: Erstens sollte die für eine Niederlassungserlaubnis notwendige Mindesteinkommensgrenze von derzeit noch 64.800 auf etwa 40.000 Euro gesenkt und die für Zuwanderung aus Drittstaaten in der Regel verpflichtende Vorrangprüfung zumindest beschleunigt werden. Zweitens sollten die Bleibeoptionen für ausländische Studenten nach deren Studienabschluss in Deutschland deutlich verbessert werden. Drittens schließlich sollte endlich ein Punktesystem eingeführt werden, das sich an der Qualifikation der Bewerber und an dem anhaltend hohen Arbeitskräftebedarf in den MINT-Berufen orientiert.

1. Dezember 2016

MINT-Arbeitsmarkt Auf Zuwanderer angewiesenArrow

In Deutschland ist Personal in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) seit Jahren knapp. Ohne die ausländischen Beschäftigten wäre die Fachkräftelücke sogar noch größer. Zur Verbesserung der Lage braucht es eine gezielte Zuwanderungspolitik. mehr auf iwd.de

Die MINT-Lücke wäre noch deutlich größer, wenn wir nicht die starke Zuwanderung in den letzten Jahren gehabt hätten.
Interview, 1. Dezember 2016

Axel Plünnecke im Deutschlandfunk "Der Osten droht dauerhaft abgehängt zu werden"Arrow

In Deutschland fehlen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaft so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor. Besonders der Osten sei betroffen, sagte Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Deutschlandfunk. Dort gebe es weniger Zuwanderung. Die helfe aber "sehr stark, die Fachkräftesicherung und die Innovationskraft zu erhalten". mehr

MINT-Herbstreport 2016
Gutachten, 30. November 2016

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der ZuwanderungArrow

MINT-Kräfte haben eine zentrale Bedeutung für die Innovationskraft in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern von 2011 bis 2014 um rund 84.000 pro Jahr gestiegen ist. In vielen Regionen Deutschlands leisten Zuwanderer einen Beitrag gegen Fachkräfteengpässe. mehr