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Der Investitionsstau bei Importgütern wird im Iran auf bis zu 30 Milliarden Euro beziffert. Quelle: Borna_Mir

Lange Jahre hat die iranische Führung die Welt mit martialischer Rhetorik und atomaren Drohgebären in Atem gehalten. Umso bemerkenswerter erscheint es daher, dass ein endgültiger Kompromiss jetzt nur noch an der Zustimmung des US-Kongresses hängt. Die Vertreter der fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats sowie Deutschlands haben immer wieder geschickt Türen geöffnet und nun einen Kompromiss vorgelegt, der dem Iran die atomare Aufrüstung mittelfristig verbaut. Der Verlauf der Verhandlungen steht damit im krassen Gegensatz zur Eskalation der Verhandlungen in der Griechenland-Krise.

Das Ende der Wirtschaftssanktionen hat insbesondere bei deutschen Maschinen- und Anlagebauern Hoffnungen geweckt. Viele Unternehmen prüfen, ob und wie sie ihre Beziehungen zu iranischen Partnern wiederaufnehmen und ausweiten können. Schließlich war der Iran einst ein guter Absatzmarkt: Vor dem Wirtschaftsboykott hielten deutsche Firmen Marktanteile von bis zu 30 Prozent, mittlerweile haben allerdings vor allem chinesische Unternehmen den Markt übernommen.

Der Investitionsstau bei Importgütern wird im Iran auf bis zu 30 Milliarden Euro beziffert. Vor allem für die Vorleistungen der Öl- und Gasproduktion gibt es demnach großes Potenzial. Schaffen es deutsche Unternehmen im Laufe der kommenden Jahre, ihre ehemals hohen Marktanteile zurückzugewinnen, werden sich die aktuellen Ausfuhren in den Iran mehr als verdoppeln. Es ist also durchaus realistisch, dass das Exportvolumen von aktuell 2,4 Milliarden Euro auf über 5 Milliarden Euro zulegt.

Dennoch bleibt dem Iran als Handelspartner für Deutschland wohl dauerhaft nur ein Platz in der zweiten Reihe: Selbst wenn sich die Ausfuhren dorthin mehr als verdoppelten, läge der Exportanteil, der in den Iran geht, nur bei 0,5 Prozent.

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