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Ursprünglich war der IWF gegründet worden, um das Festwährungssystem der Nachkriegszeit, das Bretton-Woods-System, zu stabilisieren. Denn die Währungen von Ländern, die zu viel importierten und in ein Leistungsbilanzdefizit rutschten, konnten leicht unter Druck geraten. In einer solchen Situation brauchte man einen Helfer in der Not, der dem betroffenen Land - gegen Reformbedingungen – mit Krediten hilft, seine Währung zu stützen und so das Bretton-Woods-System zu erhalten.

Nach dessen Zusammenbruch Anfang der 1970er Jahre stieg der IWF – vor allem in Zuge der Schuldenkrise in Lateinamerika – immer stärker in die Entwicklungspolitik ein und wurde auch in Afrika aktiv. In den 1990er Jahren spielte er eine wichtige Rolle als Helfer bei Finanzkrisen in Schwellenländern, sei es in Mexiko, Asien, Russland, Brasilien, Argentinien oder in der Türkei. Wegen teilweise zu strenger Reformauflagen hat das Image des Fonds dabei aber in den Schwellenländern erhebliche Kratzer bekommen. Ein Comeback erlebte der IWF schließlich im Zuge der Finanzkrise und der Euroschuldenkrise.

Nun brauchen auch Industrieländer in der europäischen Nachbarschaft, wie Griechenland, Irland und Portugal seine Hilfe, die er im Tandem mit dem Euro-Rettungsschirm vergibt - weiterhin freilich nur gegen Reformauflagen. Auch wenn der IWF bei den Bedingungen etwas milder geworden ist, sein Sachverstand, seine Erfahrungen und vor allem sein Durchsetzungsvermögen sind für die Eurozone unerlässlich. Deshalb dürfen zukünftige Euro-Hilfsprogramme nicht auf den IWF verzichten.

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