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Das Integrationsgesetz erleichtert Asylbewerbern den Zugang zur betrieblichen Bildung. Foto: BraunS/iStock

In der Vergangenheit gewährte Deutschland Asylbewerbern und Geduldeten bis zum Abschluss ihrer Asylverfahren kaum Zugang zum Arbeitsmarkt. Dadurch sollten Asylanträge für Personen, die in Wahrheit gar nicht von politischer Verfolgung oder Krieg betroffen sind, möglichst unattraktiv sein.

Doch schon damals und noch immer wäre es viel wichtiger, dass die deutschen Behörden die Verfahren grundsätzlich zügig und konsequent zum Abschluss bringen. Dies ist allerdings bis heute nicht der Fall. Zudem hat der eingeschränkte Arbeitsmarktzugang in Kombination mit langen Verfahrensdauern dazu geführt, dass Migranten lange untätig waren – was sich sehr negativ auf ihre Integration ausgewirkt hat.

Dass die Integration in den Arbeitsmarkt auch heute eine große Herausforderung darstellt, zeigt der aktuelle Integrationsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Rund 67 Prozent der Unternehmen sehen in fehlenden Deutschkenntnissen eine große Beschäftigungshürde. Auch fehlende sonstige Qualifikationen und bürokratische Hürden hemmen die Beschäftigung. Deshalb ist das Integrationsgesetz ein wichtiger Meilenstein. Es erleichtert den Asylbewerbern den Zugang zur betrieblichen Bildung, indem die Abschiebung während der betrieblichen Ausbildung ausgesetzt wird und im Anschluss an die Ausbildung die Gelegenheit besteht, zwei Jahre in Deutschland zu arbeiten. Indem die Vorrangprüfung für Asylbewerber in Regionen mit guter Arbeitsmarktperspektive ausgesetzt wird und damit das Zeitarbeitsverbot wegfällt, verschwinden zentrale Hürden für die Beschäftigung von Asylbewerbern. Allerdings sollten diese Maßnahmen auch in wirtschaftsschwächeren Regionen greifen, in denen sich die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in der Regel besonders schwierig gestaltet.

Die Qualifizierungsangebote für Flüchtlinge könnten ebenfalls weiter verbessert werden. So haben Asylbewerber, die nicht in die Kategorie „mit guter Bleibeperspektive“ fallen, gleichzeitig aber auch nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen, noch immer keinen Zugang zu Integrationskursen. Dabei wären Integrationsangebote während des laufenden Asylverfahrens gerade für diese Personen besonders wichtig, da sich die Verfahren bei ihnen besonders lange hinziehen. Auch beim Thema Ausbildungsvorbereitung und -begleitung besteht weiterer Handlungsbedarf. So ist die teilweise Öffnung der Instrumente der Bundesagentur für Arbeit zur Ausbildungsförderung zwar ein Schritt in die richtige Richtung, geht aber nicht weit genug und ist zu kompliziert geregelt.

Ansprechpartner

MINT-Herbstreport 2016
Gutachten, 30. November 2016

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der ZuwanderungArrow

MINT-Kräfte haben eine zentrale Bedeutung für die Innovationskraft in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern von 2011 bis 2014 um rund 84.000 pro Jahr gestiegen ist. In vielen Regionen Deutschlands leisten Zuwanderer einen Beitrag gegen Fachkräfteengpässe. mehr

How migration impacts the housing market
IW-Nachricht, 25. Oktober 2016

Germany How migration impacts the housing market Arrow

In recent years, the German housing market has come under considerable pressure: The demand has drastically increased particularly due to the high number of international migrants, while at the same time construction activity has hit a new low. Therefore the Cologne Institute for Economic Research has made a first attempt to estimate the exact construction demand in Germany. mehr

IW-Trends, 20. September 2016

Andrea Hammermann / Matthias Niendorf / Jörg Schmidt Kulturelle Diversität als Erfolgsfaktor? Empirische Ergebnisse auf Basis des Linked-Employer-Employee-Datensatzes des IAB Arrow

Der Einfluss der kulturellen Diversität innerhalb der Belegschaft auf den betrieblichen Erfolg ist kontextabhängig. Kulturelle Vielfalt innerhalb der Belegschaft wirkt per se weder förderlich noch hinderlich. Dies ist das Ergebnis einer empirischen Auswertung von Linked-Employer-Employee-Daten für Deutschland über das Zusammenspiel kulturell unterschiedlicher Gruppen in Unternehmen und ihren (möglichen) Einfluss auf die Bruttowertschöpfung. mehr