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Das oberste Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, die Geldwertstabilität zu wahren. Gemessen wird diese Stabilität anhand des sogenannten harmonisierten Verbraucherpreisindex der Eurozone – er sollte sich mittelfristig um weniger als 2 Prozent pro Jahr erhöhen. Im Februar 2013 lag sein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Eurostat bei 1,8 Prozent. Das Ziel der Preisstabilität wurde also mühelos erreicht.

Auch in naher Zukunft ist nicht mit einer hohen Inflationsrate zu rechnen: Die Prognostiker des Consensus Forecast erwarten für die Jahre 2013 und 2014 nur eine Preissteigerung von 1,8 und 1,7 Prozent in der Europäischen Union, die Prognostiker der EZB rechnen mit jeweils 1,8 Prozent.

Es gibt also keinen Grund für die EZB, ihre Zinsen schnellstmöglich zu erhöhen. Zurzeit liegen sie auf einem historischen Tiefstwert von nur noch 0,75 Prozent. Damit und mit ungewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen wie dem Ankauf von Staatsanleihen versucht die EZB gegen die Eurokrise vorzugehen. Die Niedrigzinspolitik hat allerdings Nebenwirkungen – vor allem für Versicherungen und Pensionsfonds: Sie haben ihren Kunden einst eine bestimmte Verzinsung garantiert. Jetzt fällt es ihnen immer schwerer, die Zinsversprechen einzulösen. Bei anderen Finanzmarktakteuren besteht ob der Niedrigzinsen hingegen die Gefahr, dass sie häufiger in riskante Projekte investieren, um eine höhere Rendite zu erzielen.

Doch die Niedrigzinspolitik birgt auch Gefahren für die EZB selbst: Nahe der Nullzinsgrenze ist ihr Spielraum für weitere Zinssenkungen begrenzt. Sollte sich die Krise weiter verschärfen, blieben ihr also kaum noch Optionen, um gegenzusteuern.

Aus all diesen Gründen macht es Sinn, dass die EZB sich Gedanken macht, wie sie die Niedrigzinsphase beenden kann. So trüge sie auch all jenen Mahnern Rechnung, die Angst haben, dass die Inflation stark ansteigen könnte, sollte die Wirtschaft europaweit wieder Fahrt aufnehmen. Für ihre „Exit-Strategie“ sollte die EZB formulieren, entlang welches Pfades sie die Zinsen allmählich erhöhen wird. Dieser Pfad sollte allerdings keine verbindliche Regel, sondern eine Empfehlung an die eigene Zinspolitik bleiben. Denn eins muss beim Handeln der EZB außer Frage stehen: Dass sie auch weiterhin alles innerhalb ihres Mandats Mögliche tun wird, um den Euro zu retten.

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IW-Kurzbericht, 16. Februar 2017

Markus Demary The End of Low Interest Rates?Arrow

After the economic recovery has strengthened and inflation rates have increased, hopes for higher interest rates emerged among savers, while debtors began to fear higher financing costs. This article argues, that there is room for higher interest rates, but this room is small compared to historical interest rate levels. mehr

Eine EZB-Zinserhöhung ist überfällig
Gastbeitrag, 1. Februar 2017

Markus Demary und Michael Hüther in der Börsen-Zeitung Eine EZB-Zinserhöhung ist überfälligArrow

Durch die sich normalisierenden Ölpreise und durch die zunehmende wirtschaftliche Erholung des Euroraums haben sich die Inflationsaussichten deutlich verstärkt, schreiben Markus Demary und Michael Hüther in der Börsen-Zeitung. Dies stellt die Angemessenheit der aktuellen Geldpolitik fundamental in Frage. mehr

ECB Might Overshoot the Inflation Target
IW-Kurzbericht, 1. Februar 2017

Markus Demary / Michael Hüther ECB Might Overshoot the Inflation TargetArrow

The European Central Bank (ECB) has prolonged its large-scale asset purchase programs for public and private bonds in December 2016 until the end of 2017. Otherwise the programs would have expired in March 2017. Due to its strong focus on the inflation target of below, but close to 2 percent, the extension of the asset purchasing programs was expected in case of weak inflation dynamics. Inflation, however, recovered at the end of last year due to normalizing oil prices. mehr