Inflation in der EU Image
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Bei ihren Inflationsprognosen ist die Europäische Zentralbank (EZB) momentan optimistisch: Sie erwartet für 2013 und 2014 nur 1,5 Prozent Preiszuwachs. Allerdings orientiert sich die EZB bei ihrer Geldpolitik an der durchschnittlichen Inflationsrate im Euroraum. Dieser teilt sich zurzeit in Länder mit hoher Inflation, wie Estland (3,9 Prozent), die Niederlande (3,1 Prozent) sowie Finnland (2,5 Prozent) und in Länder nahe der Deflation wie Portugal (0,8 Prozent), Zypern (0,7 Prozent), Irland (0,7 Prozent), sowie Griechenland, das mit einer Rate von -0,5 Prozent bereits im fünften Monat in Folge in der Deflation ist.

Das Problem daran ist, dass Deflation gefährlicher als Inflation ist. Denn bei sinkenden Preisen sinken auch die Umsätze der Unternehmen, was ihr Insolvenzrisiko erhöht und den Risikoaufschlag für Kredite in die Höhe treibt. Dies ist zurzeit gerade für Unternehmen in den Krisenstaaten Griechenland und Irland gefährlich: Eine Unternehmensbefragung der EZB ergab, dass 38 Prozent der hellenischen Mittelständler den Zugang zu Finanzierung als ihr größtes Problem ansehen; 31 Prozent berichten von abgelehnten Kreditanträgen und über ein Drittel der Unternehmen leidet unter zu hohen Zinsen. Für Irland sind die Zahlen ähnlich.

Diese Entwicklung ist ein Dilemma für die EZB: Solange die Banken in den Krisenländern nicht ausreichend saniert sind, können sie die niedrigen Zinsen der Zentralbank nicht an die Unternehmen weitergeben. Die Niedrigzinsen der EZB bergen für die übrigen Länder wie Deutschland indes Gefahren. So sind in der Bundesrepublik nicht nur die Zinsen zu niedrig, sondern die Inflationsrate ist mit 1,9 Prozent überdurchschnittlich hoch. Dies führt zu negativen Realzinsen und damit zu einer Entwertung der Ersparnisse.

Erhöhen kann die EZB die Zinsen allerdings erst wieder, wenn die Banken der Krisenländer ausreichend saniert sind. Dies sollte deshalb konsequent verfolgt werden. Denn beispielsweise die Erfahrung mit der japanischen Bankenkrise lehrt, dass eine jahrelange Verschleppung von Bankenproblemen zu lang andauernden Wachstumsproblemen führt.

Ansprechpartner

Presseveranstaltung, 23. Januar 2017

Pressegespräch Mit Trump, trotz Brexit: Wie die EU zu retten istArrow

Das IW hat analysiert, was die EU tun kann, um die Herausforderungen zu meistern und die Wirtschaft langfristig zu stärken. Unter anderem kommt dabei der EZB eine zentrale Rolle zu. Die Ergebnisse und die Entwicklungen erläutert IW-Direktor Michael Hüther in einem Pressegespräch. mehr

10. Januar 2017

Geldpolitik Bargeld bremst Wirkung der GeldpolitikArrow

Die Europäische Zentralbank flutet die Märkte seit Jahren mit Geld, um die Inflation anzukurbeln. Die althergebrachte Methode funktioniert jedoch nicht mehr. Einer der Gründe: Die EU-Bürger horten Bargeld. mehr auf iwd.de

The U.S. experience should lead the way
Gastbeitrag, 3. Januar 2017

Michael Hüther in The International Economy The U.S. experience should lead the wayArrow

Despite of the European Central Bank’s (ECB) accommodative monetary policy stance, Euro Area inflation expectations remain persistently depressed. Financial intermediaries’ interest rate margins have been squeezed and the secondary market for sovereign debt is running out of bonds. As a consequence more and more European economists call for a tool of last resort – helicopter money. A contribution by Michael Hüther for The International Economy, a specialized quarterly magazine. mehr