Industrielle Gesundheitswirtschaft Image
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Zwei Gesetze bestimmen seit 2010 die Tätigkeiten und Erwartungen der Pharmafirmen in Deutschland: Das GKV-Änderungsgesetz und das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes, kurz AMNOG. Die Konsequenzen der Gesetze spiegeln sich im Inlandsumsatz der forschenden Pharmaunternehmen wieder – und bei ihren Investitionen. Der Inlandsumsatz in Deutschland ist von 2010 auf 2011 um 1,2 Prozent gesunken, die Investitionen gingen sogar um 14 Prozent zurück.

Doch wer glaubt, dass AMNOG und Co. nur die Pharmaunternehmen treffen, irrt. Denn für ihre Produktionsprozesse kaufen die Unternehmen Vorleistungs- und Investitionsgüter anderer Branchen ein – etwa von der chemischen Industrie, der Biotechnologie oder dem Maschinenbau. Folglich führt die Arbeit der Pharma-Firmen auch zu Bruttowertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten in anderen Industrien und Dienstleistungen. Wird die Pharmabranche durch die Politik ausgebremst, kann dies Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsstandort haben.

Eine vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Auftrag gegebene Studie stützt diese Einschätzung: Durch einen zusätzlichen Beschäftigten in der industriellen Gesundheitswirtschaft entstehen demnach 1,4 Arbeitsplätze in den Vorleistungsindustrien. Steigert die Branche ihre Bruttowertschöpfung um einen Euro, führt das zu weiteren 45 Cent Bruttowertschöpfung bei den Vorleistern.

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IW-Trends, 22. November 2016

IW-Forschungsgruppe Konjunktur Eskalierende Unsicherheit lähmt Investitionen – IW-Konjunkturprognose Herbst 2016Arrow

Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit hat im Jahresverlauf 2016 noch einmal deutlich zugenommen. Neben den Wachstumsproblemen in großen Schwellenländern und der noch nicht gelösten Schulden- und Strukturprobleme in Europa haben der angekündigte Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und der Wahlausgang in den USA für eine nochmals geringere Planungssicherheit in den Unternehmen gesorgt. mehr

Ordnungspolitisches Statement
Ordnungspolitisches Statement, 20. September 2016

Jasmina Kirchhoff / Jochen Pimpertz Bewährtes schützt Vertraulichkeit und schafft VertrauenArrow

Der aktuelle Referentenentwurf zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schafft es nicht, die Weichen für den Gesundheitsstandort Deutschland zu stellen. Stattdessen sollten die Gesetzgeber auf Bewährtes vertrauen. mehr

15. September 2016

Grundsteuer Reine Bodensteuer statt GrundsteuerArrow

Die Mehrheit der Länderfinanzminister ist sich einig: Die Grundsteuer muss reformiert werden. Doch der vorliegende Kompromiss ist zu teuer und zu bürokratisch, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Dabei wäre die Lösung so einfach. mehr auf iwd.de