Immobilienmarkt in Berlin Image
Gebiete unter Milieuschutz Quelle: IW Köln

An einigen Standorten in Deutschland steigen die Mieten deutlich, besonders Berlin ist von Mietpreissteigerungen betroffen: Vom ersten Quartal 2005 bis zum ersten Quartal 2014 stiegen die Neuvertragsmieten um rund 26 Prozent. Die neue Mietpreisbremse soll einer weiteren Mietpreissteigerungen entgegen wirken. Doch die SPD befürchtet, dass Vermieter die Mietpreisbremse mit einem Verkauf Ihres Eigentums umgehen könnten. Um das zu verhindern, soll der Verkauf von Mietwohnungen an Selbstnutzer in Gebieten, die unter „Milieuschutz“ stehen (Abbildung), generell verboten werden. Ziel des Milieuschutzes ist es, die städtebauliche Gestalt sowie die Zusammensetzung und Durchmischung der Wohnbevölkerung zu erhalten. Vor diesem Hintergrund darf eine Umwandlung von Miet- zu Eigentumswohnungen bereits heute nur nach einer vorherigen Genehmigung nach Einzelfallprüfung erfolgen. Nach einer Schätzung der Berliner Morgenpost sind von diesen Regelungen rund 100.000 der rund 1,9 Millionen Wohnungen in Berlin betroffen.

Die SPD scheint bei ihrem Vorhaben folgendes zu vergessen: Steigende Mieten sowie Preise für Eigentumswohnungen sind ein eindeutiges Signal dafür, dass die Nachfrage deutlich höher ist als das Angebot. Soll sich die Lage in den betroffenen Gebieten entspannen, ist es zwingend notwendig, dass neuer Wohnraum geschaffen wird. Für potenzielle Investoren sind die Pläne der Berliner SPD – neben der Mietpreisbremse – nun aber ein weiteres falsches Signal. Sie mindern den Anreiz, neuen Wohnraum zu schaffen. Denn eine Immobilie bei Bedarf nicht mehr verkaufen zu können, erhöht die Planungsunsicherheit der Investoren.

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Regionale Armut
IW-Pressemitteilung, 5. Dezember 2016

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Der Westen Deutschlands ist reich, der Osten arm – so pauschal läuft häufig die Armutsdebatte. Tatsächlich aber stehen vor allem westdeutsche Städte schlecht da, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Politik könnte gegensteuern. mehr

IW-Kurzbericht, 5. Dezember 2016

Klaus-Heiner Röhl Regionale Wirtschaftsstrukturen und ArmutsgefährdungArrow

Armutsgefährdung hängt stark von regionalen Wirtschaftsstrukturen und Lebensverhältnissen ab, wie die Analyse der einkommensbezogenen Armutsquote und des Abschneidens im Regionalranking der IW Consult für die 402 deutschen Kreise zeigt. Eine Anti-Armutspolitik setzt deshalb am besten auf eine Kombination personenbezogener und regionalpolitischer Maßnahmen. mehr

Gastbeitrag, 1. Dezember 2016

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Angesichts niedriger Bauzinsen ist Wohneigentum heute fast überall günstiger als das Wohnen zur Miete. Doch viele Familien verfügen nicht über das nötige Eigenkapital. Statt neue Zuschüsse einzuführen, sollte der Staat die Nebenkosten senken. Ein Gastbeitrag von IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer in der Rheinischen Post. mehr