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Laut „Internationaler Grundschul-Lese-Untersuchung“ (IGLU) erreichen Viertklässler im Lesen in Deutschland einen Leistungsmittelwert, der signifikant über dem internationalen liegt. Dennoch kann jedes sechste Kind nicht ausreichend lesen – und wird folglich mit erheblichen Lernschwierigkeiten in weiterführenden Schulen konfrontiert sein. Immerhin jedes zehnte Kind schafft es hingegen auf die höchste Kompetenzstufe. In Mathematik befinden sich die Viertklässler laut der „Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS) zwar ebenfalls im oberen Drittel der internationalen Rangreihe, allerdings verfügt jeder fünfte Viertklässler (19,3 Prozent) über keine ausreichenden mathematischen Kompetenzen.

Nach wie vor schneiden Schüler, deren Eltern in Deutschland geboren sind, laut Grundschul-Studien deutlich besser ab als ihre Mitschüler mit Migrationshintergrund: Für 2011 beträgt der Leistungsvorsprung etwa ein Schuljahr. Auch die soziale Herkunft entscheidet über das schulische Vorankommen, denn die Präferenz der Lehrkräfte für eine bestimmte Schullaufbahn des Nachwuchses unterscheidet sich deutlich je nach sozialer Herkunft des Schülers: Selbst bei gleicher Leistung und gleichen kognitiven Fähigkeiten sprechen sich Lehrkräfte bei Kindern, deren Eltern beispielsweise Akademiker mit hohem Einkommen sind, 3,4 mal so oft für eine Schulkarriere des Nachwuchses an einem Gymnasium aus als bei Kindern von Facharbeitern.

Entsprechend ist dafür zu sorgen, dass Lehrkräfte ihre diagnostische Kompetenz verbessern und die Schülerleistung objektiver bewerten lernen. Ebenso ist es notwendig, Schüler mit mangelhaften Lese- und/oder Mathe-Kompetenzen gezielt zu fördern – und wie die Begleitanalysen zeigen, sollte dafür die Institution Ganztagsgrundschule stärker genutzt werden.

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