Nordrhein-Westfalen rudert zurück Image
Quelle: Fotolia

Geht es nach dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium, sollen unter anderem die Bereiche Personal und Haushalt durch landesseitige Rahmenvorgaben stärker gesteuert werden. Die größte Veränderung ist im Hinblick auf den Hochschulrat geplant. Bislang besteht er aus bis zu zehn, von Hochschule und Ministerium gemeinsam bestimmten Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft, von denen die Hälfte der Hochschule selbst angehören kann. Er soll künftig nicht mehr an strategischen Entscheidungen beteiligt sein, sondern lediglich beratende Funktion haben.

Gleichzeitig soll der Senat wieder mehr Entscheidungskompetenzen erhalten. Er repräsentiert die Mitglieder einer Hochschule. Ihm gehören Vertreter der Professoren, des wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Personals sowie Vertreter der Studierenden an. Dieses Gremium hat sich in der Vergangenheit allerdings oft als nicht entscheidungsstark erwiesen.

Hochschullehrer und -leitungen wehren sich zu Recht gegen diesen Richtungswechsel. Denn NRW braucht kein neues Hochschulgesetz. Dem legitimen Anliegen des Landes, dass der Staat die Gesamtsteuerung übernimmt und Gelder transparent eingesetzt werden, kann durch die bereits jetzt existierenden Instrumente Genüge getan werden. Ohne einen starken Hochschulrat, der die Interessen der Hochschule nach außen gegenüber zu starken Eingriffen des Ministeriums und nach innen gegenüber vereinzelten Interessengruppen verteidigt, kann die autonome Rechtsform indes nicht aufrechterhalten werden. Ihr aber sind nach Einschätzung von Hochschulleitungen und Wirtschaft die Erfolge der vergangenen Jahre in Forschung und Lehre zu verdanken. So konnten die nordrhein-westfälischen Hochschulen zwischen 2007 und 2011 ein Viertel aller Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft für sich gewinnen. Und das, obwohl ihr Anteil am bundesweiten wissenschaftlichen Personal bei weniger als zwanzig Prozent liegt. Im gleichen Zeitraum gelang es ihnen außerdem, die Zahl der Studierenden um 28 Prozent zu steigern. Bundesweit waren es nur 23 Prozent.

IW policy paper

Christiane Konegen-Grenier: Das Hochschulzukunftsgesetz NRW – Ein Fortschritt für die Hochschulen?

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

16. Dezember 2016

Digitalisierung Die meisten Hochschulen arbeiten noch analogArrow

Ausgerechnet dort, wo neues Wissen entsteht, steckt die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen. Bislang verknüpft in Deutschland erst jede dritte Hochschule die klassische Präsenzlehre mit digitalen Lehr- und Lernformen. Auch die Studenten nutzen internetbasierte Medien nur selten zum gemeinsamen Lernen oder Üben. mehr auf iwd.de

15. Dezember 2016

Digitale Medien „Das Entscheidende lernen Studenten nicht am Computer“Arrow

Was können digitale Medien in der Hochschullehre leisten? Welche Innovationen gibt es in Lern- und Prüfungsszenarien? Mit diesen Fragen hat sich Jörn Loviscach, Professor für Ingenieurmathematik und technische Informatik an der Fachhochschule Bielefeld, im Hochschulforum Digitalisierung beschäftigt. mehr auf iwd.de

"Der Master wird überschätzt"
Interview, 13. Dezember 2016

Christiane Konegen-Grenier in Zeit Campus "Der Master wird überschätzt"Arrow

Ein Bachelorabsolvent, der längere Praktika gemacht hat, wird einem Masterabsolventen, der noch nie ein Unternehmen von innen gesehen hat, garantiert vorgezogen, sagt IW-Bildungsökonomin Christiane Konegen-Grenier im Interview mit dem Studentenmagazin Zeit Campus. mehr