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Zunächst einmal ist ein Investitionsprogramm nötig, das sich vorwiegend aus den schon bestehenden EU-Töpfen und neuen Krediten der Europäischen Investitionsbank finanzieren ließe. Schon ein rund 10 Milliarden Euro schweres Paket, das sich über zwei oder mehr Jahre erstrecken könnte, würde fürs erste reichen für die kleine griechische Wirtschaft, die auf ein Bruttoinlandsprodukt von 230 Milliarden Euro kommt. Das würde Griechenland wichtige kurzfristige Wachstumsimpulse geben und wäre – bei einer Investition in zukunftsträchtige Wirtschaftsstrukturen – auch langfristig gut angelegtes Geld.

Doch auch das griechische Reformprogramm selbst wird, wenn es denn konsequent umgesetzt wird, in einigen Jahren neue und starke Impulse schaffen. Denn es geht vielen stark regulierten Märkten an den Kragen und löst alte Verkrustungen der griechischen Wirtschaft auf. Die Erfahrung mit vielen anderen Ländern zeigt: Solche Reformen führen zwar kurzfristig häufig in ein Tal, danach geht es wirtschaftlich aber wieder kräftig aufwärts. Diese Perspektive muss die Regierung in Athen ihren Bürgern offensiv aufzeigen, damit die Menschen dort wieder eine Perspektive sehen.

Zusätzlich müssen Papandreou und Co. für mehr Steuergerechtigkeit sorgen. Wohlhabende sollten stärker an der Finanzierung des defizitären Staates beteiligt werden. Auch sollten die politische Führungsriege den Mut haben, klar zu sagen, dass so gut wie alle Griechen in den Jahren vor der Krise durch weit überzogene Lohnerhöhungen von einem Boom profitiert haben, der weitgehend auf Pump aus dem Ausland finanziert war.

Nicht zuletzt ist die Einsicht vonnöten, dass es keine Alternative zum harten Kurs der Regierung gibt. Denn allein zwischen 2005 und 2009 stiegen die Staatsausgaben in Griechenland um sage und schreibe 9 Prozentpunkte von 43,8 Prozent auf 52,7 Prozent des BIP.

26. September 2016

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Seit 2008 zieht die Europäische Zentralbank (EZB) ein geldpolitisches Instrument nach dem anderen aus dem Hut, um die Märkte zu stabilisieren, die Wirtschaft zu beleben oder – wie derzeit – die Inflation anzukurbeln. Weil bislang nicht alle erhofften Wirkungen eingetreten sind, soll EZB-Chef Mario Draghi nach dem Willen einiger Ökonomen noch tiefer in die geldpolitische Trickkiste greifen. Doch das ist nicht notwendig. Denn tatsächlich wirkt die Niedrigzinspolitik – auf dem Arbeitsmarkt. mehr auf iwd.de

The Contribution of Supply and Demand Factors to Low Inflation
IW-Kurzbericht, 20. September 2016

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