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Die Hilfen des Euro-Rettungsschirms sind unumstößlich an Reformbedingungen geknüpft. Wenn die neue griechische Regierung den Reformkurs grundsätzlich in Frage stellen würde, dürften die Hilfszahlungen deshalb nicht wie geplant weiter fließen. Andernfalls könnten auch andere Krisenländer Zugeständnisse einfordern und den Reformkurs aufweichen.

Ohne Hilfszahlungen aber würde die griechische Wirtschaft ins Chaos stürzen. Der Staat könnte Gehälter und Sozialleistungen nicht mehr vollständig zahlen und das geschwächte griechische Bankensystem drohte zusammenzubrechen. Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro wäre dann nicht mehr ausgeschlossen. Dies hätte wahrscheinlich gravierende Ansteckungseffekte auf andere Eurostaaten wie Italien und Spanien.

Doch eventuell würden die Euro-Politiker auch dann noch einen Ausweg finden. Sie könnten den Hellenen gewisse punktuelle, aber symbolträchtige Aufweichungen anbieten. Auf keinen Fall dürften jedoch Strukturreformen, die Wachstum bringen sollen, gestrichen werden.

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IW-Nachricht, 13. September 2016

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