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Die EZB besitzt griechische Staatsanleihen. Würde sie nun – wie viele Privatgläubiger – auf weit mehr als 50 Prozent des Originalwertes dieser Papiere verzichten, dann machte die EZB nicht nur Verluste, sondern betriebe auch Staatsfinanzierung. Und das darf sie nicht.

Dabei könnten sich die Währungshüter elegant aus der Affäre ziehen. Denn die EZB hat die griechischen Staatsanleihen bereits mit großen Kursabschlägen gekauft. Das heißt, Privatgläubiger haben schon auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet, indem sie ihre Anleihen zu weniger als dem Originalwert verkauft haben. Diese „Einsparung“ könnte die EZB an Griechenland weitergeben, und zwar wie folgt: Die EZB sollte die griechischen Staatsanleihen zunächst zum niedrigen Kaufpreis an den Euro-Rettungsschirm EFSF veräußern. Dieser würde dann Griechenland einen Schuldenerlass in Höhe des Preisabschlags gewähren – also der Differenz zwischen niedrigem Kaufpreis der EZB und dem ursprünglichen Wert der griechischen Staatsanleihen. Die Anleihen blieben dann bis zum Laufzeitende im Besitz des Rettungsfonds – er müsste zwar Geld für den Ankauf der Anleihen aufbringen, würde aber keine Verluste machen.

Auf diese Weise kann sich die EZB an der Umschuldung zugunsten Griechenlands beteiligen, ohne Staatsfinanzierung zu betreiben. Tut sie das nicht und beharrt auf der vollen Rückzahlung der Staatsanleihen zum Originalwert, würde sie zwar einen Gewinn machen – doch das war nicht Sinn und Zweck ihres Ankaufes.

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26. September 2016

Geldpolitik Draghische EntscheidungenArrow

Seit 2008 zieht die Europäische Zentralbank (EZB) ein geldpolitisches Instrument nach dem anderen aus dem Hut, um die Märkte zu stabilisieren, die Wirtschaft zu beleben oder – wie derzeit – die Inflation anzukurbeln. Weil bislang nicht alle erhofften Wirkungen eingetreten sind, soll EZB-Chef Mario Draghi nach dem Willen einiger Ökonomen noch tiefer in die geldpolitische Trickkiste greifen. Doch das ist nicht notwendig. Denn tatsächlich wirkt die Niedrigzinspolitik – auf dem Arbeitsmarkt. mehr auf iwd.de

Zinsentscheidung der Federal Reserve
IW-Nachricht, 22. September 2016

Zinsentscheidung der Federal Reserve Normalisierung der Geldpolitik immer unwahrscheinlicher Arrow

Die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) hat die Erhöhung des Leitzinses erneut aufgeschoben. Im vorigen Jahr hatte die Fed ihre Niedrigzinspolitik zwar offiziell beendet. Doch trotz guter Arbeitsmarktdaten gab es seitdem keine weiteren Zinsschritte. Vom „normalen“ Leitzins, der in den USA bei 4 Prozent läge, ist die Zentralbank also weit entfernt – und müsste im Abschwung wie Europa auf negative Zinsen setzen. mehr

The Contribution of Supply and Demand Factors to Low Inflation
IW-Kurzbericht, 20. September 2016

Michael Hüther / Markus Demary IW Monetary Outlook: The Contribution of Supply and Demand Factors to Low InflationArrow

Eurozone inflation underperforms since the beginning of 2013 and monetary policy struggles to stabilize it since then. The items of the aggregate inflation rate indicate that low inflation is due to both supply and demand factors and weak demand is caused by indebtness and unemployment. Additional monetary policy measures are not required in the current situation because monetary policy has long lags when economies are indebted and it already helped to reduce cyclical unemployment. mehr