Griechenland Image
Quelle: Fotolia

Die EZB besitzt griechische Staatsanleihen. Würde sie nun – wie viele Privatgläubiger – auf weit mehr als 50 Prozent des Originalwertes dieser Papiere verzichten, dann machte die EZB nicht nur Verluste, sondern betriebe auch Staatsfinanzierung. Und das darf sie nicht.

Dabei könnten sich die Währungshüter elegant aus der Affäre ziehen. Denn die EZB hat die griechischen Staatsanleihen bereits mit großen Kursabschlägen gekauft. Das heißt, Privatgläubiger haben schon auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet, indem sie ihre Anleihen zu weniger als dem Originalwert verkauft haben. Diese „Einsparung“ könnte die EZB an Griechenland weitergeben, und zwar wie folgt: Die EZB sollte die griechischen Staatsanleihen zunächst zum niedrigen Kaufpreis an den Euro-Rettungsschirm EFSF veräußern. Dieser würde dann Griechenland einen Schuldenerlass in Höhe des Preisabschlags gewähren – also der Differenz zwischen niedrigem Kaufpreis der EZB und dem ursprünglichen Wert der griechischen Staatsanleihen. Die Anleihen blieben dann bis zum Laufzeitende im Besitz des Rettungsfonds – er müsste zwar Geld für den Ankauf der Anleihen aufbringen, würde aber keine Verluste machen.

Auf diese Weise kann sich die EZB an der Umschuldung zugunsten Griechenlands beteiligen, ohne Staatsfinanzierung zu betreiben. Tut sie das nicht und beharrt auf der vollen Rückzahlung der Staatsanleihen zum Originalwert, würde sie zwar einen Gewinn machen – doch das war nicht Sinn und Zweck ihres Ankaufes.

Ansprechpartner

Presseveranstaltung, 23. Januar 2017

Pressegespräch Mit Trump, trotz Brexit: Wie die EU zu retten istArrow

Das IW hat analysiert, was die EU tun kann, um die Herausforderungen zu meistern und die Wirtschaft langfristig zu stärken. Unter anderem kommt dabei der EZB eine zentrale Rolle zu. Die Ergebnisse und die Entwicklungen erläutert IW-Direktor Michael Hüther in einem Pressegespräch. mehr

10. Januar 2017

Geldpolitik Bargeld bremst Wirkung der GeldpolitikArrow

Die Europäische Zentralbank flutet die Märkte seit Jahren mit Geld, um die Inflation anzukurbeln. Die althergebrachte Methode funktioniert jedoch nicht mehr. Einer der Gründe: Die EU-Bürger horten Bargeld. mehr auf iwd.de

The U.S. experience should lead the way
Gastbeitrag, 3. Januar 2017

Michael Hüther in The International Economy The U.S. experience should lead the wayArrow

Despite of the European Central Bank’s (ECB) accommodative monetary policy stance, Euro Area inflation expectations remain persistently depressed. Financial intermediaries’ interest rate margins have been squeezed and the secondary market for sovereign debt is running out of bonds. As a consequence more and more European economists call for a tool of last resort – helicopter money. A contribution by Michael Hüther for The International Economy, a specialized quarterly magazine. mehr