Gewerbesteuer für Freiberufler Image
Quelle: Fotolia

Selbst wenn Rechtsanwälte, Notare, Ärzte & Co. Gewerbesteuer zahlen müssten, käme kaum mehr Geld in die öffentlichen Kassen. Denn Personenunternehmen dürfen die Gewerbesteuer mit der Einkommenssteuerschuld verrechnen. Dadurch entsteht ein Nullsummenspiel: Die bisherigen Einkommenssteuereinnahmen werden weitgehend durch die Gewerbesteuer ersetzt. Von der Gewerbesteuer erhalten die Kommunen zwar mehr als von der Einkommenssteuer. Bund und Länder werden aber eine Anhebung der Gewerbesteuerumlage fordern, um die Verhältnisse wieder zurechtzurücken.

Einzige spürbare Folge wäre ein bürokratischer Mehraufwand. Die Freiberufler müssten künftig zwei Steuererklärungen abgeben statt einer – und auch die Finanzverwaltung hätte mehr Arbeit. Ein höheres oder stabileres Steueraufkommen wäre für die Kommunen damit aber nicht verbunden. Letzteres könnten sie erreichen, wenn sie ihre Finanzbasis - wie von Wirtschaft und Wissenschaft vorgeschlagen - stärker auf die Einkommenssteuer verlagern. Denn deren Aufkommen entwickelt sich jetzt in der Krise wesentlich stabiler als die Unternehmenssteuern.

Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten Progression
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

12. Oktober 2016

Demografie und Steuereinnahmen Chronik eines angekündigten SteuereinbruchsArrow

Kurzfristig werden die Effekte der alternden Bevölkerung zwar noch von der hohen Zuwanderung überdeckt. Doch langfristig reißt die demografische Entwicklung in Deutschland milliardentiefe Löcher in die Staatskassen. mehr auf iwd.de

Veranstaltung
Veranstaltung, 12. Oktober 2016

Pressekonferenz Auswirkungen des demografischen Wandels auf die SteuereinnahmenArrow

Während die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Rentenkassen bereits intensiv in Wissenschaft und Politik diskutiert werden, werden die Auswirkungen auf die Steuereinnahmen bisher meist ausgeblendet. Diese werden aber umso wichtiger – nicht zuletzt wenn in den Sozialkassen in Zukunft große Finanzierungslücken entstehen sollten. mehr