Gewerbesteuer für Freiberufler Image
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Selbst wenn Rechtsanwälte, Notare, Ärzte & Co. Gewerbesteuer zahlen müssten, käme kaum mehr Geld in die öffentlichen Kassen. Denn Personenunternehmen dürfen die Gewerbesteuer mit der Einkommenssteuerschuld verrechnen. Dadurch entsteht ein Nullsummenspiel: Die bisherigen Einkommenssteuereinnahmen werden weitgehend durch die Gewerbesteuer ersetzt. Von der Gewerbesteuer erhalten die Kommunen zwar mehr als von der Einkommenssteuer. Bund und Länder werden aber eine Anhebung der Gewerbesteuerumlage fordern, um die Verhältnisse wieder zurechtzurücken.

Einzige spürbare Folge wäre ein bürokratischer Mehraufwand. Die Freiberufler müssten künftig zwei Steuererklärungen abgeben statt einer – und auch die Finanzverwaltung hätte mehr Arbeit. Ein höheres oder stabileres Steueraufkommen wäre für die Kommunen damit aber nicht verbunden. Letzteres könnten sie erreichen, wenn sie ihre Finanzbasis - wie von Wirtschaft und Wissenschaft vorgeschlagen - stärker auf die Einkommenssteuer verlagern. Denn deren Aufkommen entwickelt sich jetzt in der Krise wesentlich stabiler als die Unternehmenssteuern.

Gastbeitrag, 8. Februar 2017

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Es erscheint als ein Luxusproblem für die Politik: Wohin mit den Überschüssen in den öffentlichen Haushalten? Schulden tilgen, Investitionen erhöhen? Bei genauem Hinsehen ist eine Option den anderen überlegen: Die Zeit ist reif für eine Steuerentlastung, die diesen Namen verdient. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Tobias Hentze im Online-Magazin für Wirtschaftspolitik makronom.de. mehr

Reform der Grunderwerbsteuer
Gutachten, 6. Februar 2017

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Deutschland gilt als Mieternation. Lediglich 45 Prozent der Haushalte in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Dies liegt zum großen Teil an der hohen Grunderwerbssteuer. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat untersucht, was nötig wäre, um die Wohneigentumsquote zu erhöhen. mehr

IW-Kurzbericht, 31. Januar 2017

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Aus ökonomischer Sicht haben es Bund und Länder verpasst, im Rahmen der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzen die Fehlanreize bei der Grunderwerbsteuer zu beheben. Denn in den vergangenen Jahren haben zahlreiche Landesregierungen den Steuersatz erhöht, da sie die Mehreinnahmen nicht mit den anderen Ländern teilen müssen – anders als bei anderen Steuerarten. mehr