Gesetzliche Krankenversicherung Image
Quelle: Fotolia

Geht es um die Rücklagen, die der Gesundheitsfonds und zahlreiche Krankenkassen mittlerweile gebildet haben, winken Politiker und Kassenfunktionäre ab. Der Ausgabenanstieg werde schon früh genug zu Defiziten führen und dafür wolle man gewappnet sein, heißt es zur Begründung. Doch selbst im laufenden Jahren scheint sich nach ersten Presseberichten die günstige Finanzentwicklung bei AOK und Co. fortzusetzen.

Unabhängig davon, dass nach dem Gesetz einzelne Kassen nicht mehr als das 1,5-Fache einer Monatsausgabe horten dürfen, fehlt ihnen das Mandat, Vorräte anzulegen. Denn die Logik des Umlageverfahrens erzwingt nicht nur höhere Beiträge, sobald Defizite auftreten – auch umgekehrt müssen sich bei andauernden Überschüssen die Beitragslasten verringern. Anderenfalls droht ein „lock-in-Effekt“: Die Aussicht auf mögliche Rückerstattungen hindert die wechselwilligen Mitglieder, sich nach Alternativen umzuschauen. Außerdem weckt das Wissen um Reserven weitere Begehrlichkeiten bei Ärzten und Co.

Sinken aber die Beiträge, profitieren hiervon nicht nur die Versicherten. Es steigt auch der Wettbewerbsdruck, nach effizienten Versorgungsmöglichkeiten zu streben.

Wettbewerb in der Gesetzlichen Krankenversicherung
IW-Nachricht, 6. Januar 2017

Wettbewerb in der Gesetzlichen Krankenversicherung Regionale Vorherrschaft schadetArrow

In vielen Regionen Deutschlands dominieren einzelne Krankenkassen den Markt. Das sollte aber nicht zulasten der Versicherten gehen. Eine wichtige Rolle spielt deshalb der kassenindividuelle Zusatzbeitrag. Denn Preisunterschiede zwischen den einzelnen Kassen signalisieren, wann sich ein Wechsel lohnt. mehr

Gesetzliche Krankenversicherung – Beitragsparität gibt es nicht
IW-Nachricht, 26. August 2016

Gesetzliche Krankenversicherung Beitragsparität gibt es nichtArrow

Vor der Bundestagswahl plädieren zahlreiche Stimmen dafür, zur Beitragsparität in der Gesetzlichen Krankenversicherung zurückkehren. Doch der Vorschlag streut nur Sand in die Augen der Versicherten, denn paritätisch geht es in der GKV schon lange nicht mehr zu. Daran würde selbst eine „Rückkehr“ nichts ändern. mehr