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Eine Studie der Barmer GEK will aufgedeckt haben, dass die Bevölkerungsalterung bislang nicht annähernd so dramatische Auswirkungen auf die Ausgabenentwicklung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat, wie oftmals behauptet. Allerdings ist diese scheinbar verblüffende Erkenntnis weder neu, noch zeigt sie alle Facetten der künftigen Entwicklung.

So steht Deutschland das Gros des demografisch bedingten Ausgabenanstiegs noch bevor. Nach einer IW Studie wird – bei ansonsten unveränderten Bedingungen – allein die Bevölkerungsalterung die Ausgaben der GKV bis zum Jahr 2050 um ein Viertel gegenüber dem Status quo erhöhen.

Richtig ist zwar, dass andere Ausgabentreiber noch größere Kosten-Effekte nach sich ziehen. Fehlanreize fördern nicht nur ineffizientes Verhalten, sie führen auch zu Mehrausgaben durch den medizinisch-technischen Fortschritt. Deshalb erhöhen sich die Ausgaben bis 2050 selbst bei einer stabilen Bevölkerung um mehr als die Hälfte.

Dennoch sollte der demografische Einfluss nicht bagatellisiert werden. Weil das beitragspflichtige Ruhestandseinkommen in der Regel niedriger ausfällt als das Erwerbseinkommen, sorgt ein höherer Altenanteil zukünftig auch für geringere Einnahmen.

Mittelfristig kommt die GKV deshalb nicht daran vorbei, die Versorgung stärker über den Wettbewerb zu steuern. Dies wird aber nur gelingen, wenn gleichzeitig auch auf der Finanzierungsseite Preisunterschiede deutlich werden – etwa über eine Gesundheitsprämie. Die könnte nämlich umso niedriger ausfallen, je besser es der einzelnen Krankenkasse gelingt, eine qualitativ hochwertige Versorgung auch kostengünstig anzubieten. Der Sozialausgleich sollte ohnehin über das Steuer-Transfersystem erfolgen, weil er dort treffsicher organisiert werden kann.

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