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Bei der Frage, ob eine Frauenquote Sinn macht oder nicht, gibt es verschiedene berechtigte Einwände:

Erstens gilt weiterhin die grundsätzliche Frage, warum in Zukunft das Geschlecht für einen Teil der Besetzungen ausschlaggebend sein soll. Schließlich haben Unternehmen seit jeher ein großes Eigeninteresse daran, die am besten geeigneten Menschen mit Führungsverantwortung und Kontrollaufgaben zu betrauen. Dafür ist eine Quote kontraproduktiv.

Zweitens sind Zweifel erlaubt, ob „leere Stühle“ im Aufsichtsrat einen Beitrag für eine gute Unternehmensführung und -kontrolle leisten. Dies gilt vor allem dann, wenn besondere Kenntnisse im Kontrollgremium gefragt sind und weibliche Kandidaten diese nicht aufweisen oder sich gegen die Ausübung des Mandats ausgesprochen haben. Der Sanktionsmechanismus mag zwar am Ende dazu führen, dass die gesetzliche Mindestquote in den gut 100 börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen erfüllt wird, der wirtschaftliche Erfolg wird damit aber nicht befördert.

Drittens werden andere Aktiengesellschaften und GmbHs –insgesamt rund 3.500 börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen – in der Praxis einfach nicht genügend Kandidatinnen finden, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Deshalb müsste man den Unternehmen eigentlich empfehlen, sich nicht zu ehrgeizige Ziele zu setzen. Dies gilt insbesondere für solche im Bau- und im Verarbeitenden Gewerbe. Hier könnte das Gesetz sogar die Unternehmen davon abschrecken, sich ambitionierte Ziele zu setzen.

Viertens wird manches Unternehmen abwägen müssen, was wichtiger ist: Die Erfüllung der eigenen Zielvorgabe oder der Rückgriff auf sachgemäße Kriterien bei der Bewertung von Bewerberinnen und Bewerbern im Wettbewerb um Führungspositionen. Was im Gesetzgebungsverfahren nämlich zu keiner Zeit eine Rolle gespielt hat, ist der Umstand, dass die Besetzung von Führungspositionen ein zentrales Element des Leistungsmanagements ist. In diesem Zusammenhang mag man es mögen oder nicht, aber Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitbeschäftigung sind immer noch ein Handikap – für Mann und Frau gleichermaßen.

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Trump’s success and its impact for the next elections in Europe
IW-Kurzbericht, 20. Januar 2017

Dominik Enste Trump’s success and its impact for the next elections in EuropeArrow

Donald Trump is now the 45th president of the USA. Behavioral economics can explain why he was successful even though his positions are somewhat controversial. Furthermore, his success raises critical implications for Europe’s next elections. Some of the main reasons for the success of populist politicians are explained. mehr

IW policy paper, 19. Januar 2017

Mara Grunewald / Marie Möller Sieben typische Fehler bei der GeldanlageArrow

In dieser Studie wird eine Auswahl an zentralen Denkfehlern bei der Geldanlage dargestellt, die aufgrund von begrenzt rationalem Verhalten getroffen werden. Auf Basis aktueller Studien aus der Verhaltensökonomik wird erklärt, wieso sich Anleger häufig falsch verhalten und was sie dagegen tun könnten. mehr