Folgende Gründe sorgen dafür, dass die Haushalte der Gemeinden besser aussehen als noch vor einem Jahr:

  • Der Bund ist den Kommunen im vergangenen Jahr bei den Verhandlungen zum Fiskalvertrag entgegengekommen: Er entlastet die Kommunen, indem er sich immer stärker an den Kosten für die Grundsicherung im Alter beteiligt und diese ab 2014 ganz übernimmt. Die steigenden Sozialausgaben der Kommunen werden also zu einem Teil durch höhere Bundeszuweisungen kompensiert.
  • Die Gewerbesteuereinnahmen sind dank der guten konjunkturellen Entwicklung in vielen Gemeinden zuletzt gestiegen. Das Problem ist allerdings, dass längst nicht alle Gemeinden davon profitieren – Kommunen ohne starke Gewerbesteuerzahler bleiben außen vor.
  • Die Zinsausgaben sind gesunken. Auch die Gemeinden können sich also dank niedrigerer Zinssätze günstiger verschulden und sparen hierdurch Kosten.

Doch sobald die Zinsen wieder steigen, schrumpft der Handlungsspielraum im kommunalen Haushalt deutlich. Dann bleibt weniger Geld für dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen. Und beispielsweise die Ausgaben für Baumaßnahmen sind trotz der niedrigen Zinsen schon jetzt im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gesunken.

Dass der Bund Gemeinden mit steigenden Sozialausgaben finanziell unter die Arme greift, ist indes sinnvoll. Denn die Kommunen können nur wenig Einfluss darauf nehmen, was sie an Sozialleistungen zu zahlen haben.

Doch dort, wo die Gemeinden Budgetverantwortung haben, müssen sie mit ihrem Geld gut haushalten – denn nur durch diese Verantwortlichkeit werden Gelder nicht unnötig ausgegeben. Dieser Ansatz ist allerdings für diejenigen Kommunen schwierig, bei denen von den generell steigenden Steuereinnahmen nichts ankommt. Deshalb gehört die Reform der Gemeindefinanzierung in der neuen Legislaturperiode wieder auf die politische Agenda – ganz gleich, wer am Sonntag die Wahl gewinnt.

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IW-Report
IW-Report, 19. Dezember 2016

Tobias Hentze Versorgungsfonds des Landes Schleswig-HolsteinArrow

Die Errichtung des „Versorgungsfonds des Landes Schleswig-Holstein“ zum 1. Januar 2018 und die Konzentration auf eine einzige unterstützende Finanzierungsquelle für die Versorgungslasten ist ein sinnvoller Schritt. Stellungnahme zur schriftlichen Anhörung des Finanzausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtags zum Gesetzentwurf der Landesregierung zur Errichtung eines Versorgungsfonds. mehr

IW-Report
IW-Report, 12. Dezember 2016

Tobias Hentze Mittelfristiger Finanzplan für den Freistaat ThüringenArrow

Trotz steigender Einnahmen gelingt es der Landesregierung nicht, am vormals geplanten Tilgungsplan für die Jahre 2016 und 2017 festzuhalten. Vielmehr wird nur durch Entnahmen aus der Rücklage in Höhe von insgesamt gut 240 Millionen Euro ein ausgeglichener Haushalt erreicht. Die Rücklage halbiert sich dadurch und verringert die Spielräume in der Zukunft. Eine Stellungnahme im Anhörungsverfahren des Haushalts- und Finanzausschusses zur Drucksache 6/2655. mehr

IW-Report
IW-Report, 9. Dezember 2016

Tobias Hentze Stärkung der Schulinfrastruktur in Nordrhein-WestfalenArrow

Die Idee der Landesregierung, mehr Geld in Schulen zu investieren, ist zu begrüßen. Allerdings führt die vorgeschlagene Finanzierung über einen Schattenhaushalt zu einem weniger transparenten Haushalt, einer Umgehung der Schuldenbremse und einem größeren Risiko für die derzeitigen und zukünftigen Steuerzahler. mehr