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Die EZB hat keineswegs ein Interesse daran, überschuldete Staaten zu finanzieren, indem sie deren Staatsanleihen kauft. Ihr primäres Ziel ist es vielmehr, die Geldwertstabilität zu sichern. Doch auf diese Stabilität kann sie nur indirekt Einfluss nehmen: Hierzu benötigt sie funktionierende Banken, die Leitzinsänderungen der EZB an die Unternehmen und Haushalte weitergeben.

Dieser Übertragungsweg war aber in Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien gestört. Denn die Banken dort halten in immensem Umfang Staatsanleihen, diese haben in der Schuldenkrise allerdings an Wert verloren und die Banken damit in Schieflage gebracht. Entsprechend war die EZB gezwungen, durch Stützungskäufe eine Kreditklemme zu verhindern.

Kritik erhält die EZB zudem dafür, dass sie nur die Staatsanleihen der Krisenländer gekauft hat und nicht etwa ein repräsentatives Portfolio der Staatsanleihen aller Euroländer. Doch die EZB muss da Eingreifen, wo der Übertragungsweg ihrer Geldpolitik gestört ist – und das ist nur in den Krisenländern der Fall. Würde die EZB stattdessen ein repräsentatives Portfolio kaufen, würde sie damit beispielsweise die ohnehin schon sehr niedrigen Zinsen in Deutschland weiter senken. Das wäre nicht hilfreich.

Eine aktuelle Studie des IW Köln erläutert im Detail, warum sich die EZB auf dem richtigen Weg befindet - und durch ihr Handeln Schlimmeres verhindert hat. Denn Ansteckungseffekte und sich selbst erfüllenden Prophezeiungen drohten vor allem im Juli 2012 eine schwer aufhaltbare Zinsspirale in Gang zu setzen. Die Zinsen auf Staatsanleihen der Krisenländer drohten immer weiter zu steigen – und damit auch die Zinsen für die Realwirtschaft dort. In dieser Situation war es nach Meinung des IW Köln erlaubt und richtig, dass die EZB das neue Staatsanleihekaufprogramm OMT ankündigte. Ohne seitdem eine einzige Staatsanleihe kaufen zu müssen, beruhigte sie so den übernervösen Finanzmarkt und verbesserte die Übertragungswege ihrer Geldpolitik.

IW policy paper

Markus Demary / Jürgen Matthes: Die EZB auf Abwegen? Teil 2: Sind die Staatsanleihekäufe eine Mandatsüberschreitung?

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Teil 1

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Teil 3

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IW-Kurzbericht, 16. Februar 2017

Markus Demary The End of Low Interest Rates?Arrow

After the economic recovery has strengthened and inflation rates have increased, hopes for higher interest rates emerged among savers, while debtors began to fear higher financing costs. This article argues, that there is room for higher interest rates, but this room is small compared to historical interest rate levels. mehr

Maastricht ebnet Weg zum Euro: Ein Vertrag mit Schwächen
Gastbeitrag, 7. Februar 2017

Berthold Busch auf n-tv.de Maastricht ebnet Weg zum Euro: Ein Vertrag mit SchwächenArrow

Heute vor 25 Jahren wurde der Vertrag von Maastricht unterzeichnet. Er war ein Meilenstein auf dem Weg zur EU in ihrer heutigen Form und auch zum Euro. Doch für Partystimmung sorgt das Jubiläum nicht. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Berthold Busch auf n-tv.de. mehr

6. Februar 2017

Europäische Währungsunion 25 Jahre Vertrag von MaastrichtArrow

Seit Jahren schlittert die Europäische Union von einer Krise in die andere – vorläufiger Höhepunkt war das Brexit-Votum im vergangenen Jahr. Doch trotz aller Widrigkeiten: Die Mehrheit der Europäer hält den Euro für eine gute Sache. mehr auf iwd.de