G20-Gipfel Image
Quelle: Leonardo Franko – Fotolia

Durch interne Konflikte wird die G20 immer schwächer. Das Gremium ist kaum noch in der Lage, substantielle Beschlüsse mit ökonomischer Tragweite zu treffen. Die Kommuniqués strotzen zwar vor vielversprechenden Worten, doch ihnen folgen keine Taten. Der gerade beschlossene Wachstumspakt für die Weltwirtschaft ist dafür ein erneuter Beleg: Hier wurden schon beschlossene Wachstumsinitiativen lediglich neu verpackt. Hinzu kommt, dass ökonomische Themen angesichts der geopolitischen Risiken – auch in der Berichterstattung über die G20-Gipfel – immer stärker in den Hintergrund rücken.

Dabei stehen bei Finanzmarkt- und Steuerregulierung noch sehr wichtige Beschlüsse an, wenn die globale Ökonomie wirklich sicherer und gerechter gemacht werden soll. Der Gipfel hat sich bei der Bankenregulierung deshalb erneut das Thema „too big to fail“ vorgenommen – zu Recht, weil hier bislang zu wenig passiert ist. Das Financial Stability Board (FSB) hat in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, dass die größten globalen Banken erhebliche zusätzliche Verlustpuffer anlegen müssen, um im Pleitefall nicht oder zumindest weniger auf öffentliche Hilfen angewiesen zu sein. Das ist der richtige Ansatz. Die anstehende Konsultation sollte deshalb schnell abgeschlossen werden, damit dann zeitnah konkrete Beschlüsse gefasst werden können.

Eines gilt es dabei jedoch zu beachten: Jene Anleihen, die als Verlustpuffer dienen sollen und im Pleitefall von einem Kredit in verlustdeckendes Eigenkapital umgewandelt würden, müssen sich überwiegend in den Händen von Nicht-Banken befinden. Denn nur so können Ansteckungseffekte im Bankensystem verhindert werden und die „too big to fail“-Problematik würde wirksam bekämpft.

Ansprechpartner

Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scheren
Gastbeitrag, 3. Februar 2017

Markus Demary in der Zeitschrift Profil Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scherenArrow

Die wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderten laut Medienberichten eine stärkere Regulierung der Banken. Sie folgten dabei einem Vorschlag des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Dieses Vorhaben ist aber aus mehreren Gründen problematisch. Ein Gastbeitrag in der Zeitschrift Profil von IW-Finanzmarktökonom Markus Demary. mehr

Bankenregulierung
IW-Nachricht, 21. Dezember 2016

Bankenregulierung Nicht alle über einen Kamm scherenArrow

Die wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel fordern laut Medienberichten, die Banken stärker zu regulieren. Doch das würde nicht nur die deutschen Geldinstitute unnötig belasten – auch die Verbraucher wären die Leidtragenden. mehr

The Case for Reviving Securitization
IW-Kurzbericht, 26. September 2016

Markus Demary The Case for Reviving SecuritizationArrow

European financial markets are still fragmented. A lack of cross-border lending and cross-border asset holdings hinders the financing of the economy, the conduct of monetary policy as well as cross-border risk-sharing against asymmetric shocks. Reviving the market for securitizations is vital for achieving these goals. A true European Capital Markets Union is needed, but there are still a lot of obstacles to overcome. mehr