Frauen in Aufsichtsräten Image
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Wer Vorstände oder Aufsichtsräte beruft, tut dies in der Überzeugung, dass die ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten aufgrund ihrer nachgewiesenen Qualifikationen sowie ihrer bisherigen Leistungen und Erfahrungen einen Beitrag zur Sicherung des nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolgs leisten können. Warum künftig das Geschlecht einer Person in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen soll, bleibt das Geheimnis der künftigen Koalitionspartner.

Erfahrungen mit entsprechenden Regelungen in Norwegen haben nämlich gezeigt, dass die Einführung einer verbindlichen Frauenquote in den Aufsichtsräten den Unternehmen schadet – weil schlicht zu wenige geeignete Kandidatinnen mit den entsprechenden Erfahrungen in der Unternehmensführung zur Verfügung stehen. Auch die Hoffnung, dass Frauen im Aufsichtsrat eher Frauen in den Vorstand berufen, hat sich nicht bewahrheitet. Weibliche Führungskräfte entscheiden in Besetzungsfragen ebenso auf Basis von Kompetenzen, Leistungen und Erfahrungen wie ihre männlichen Pendants und nicht auf Basis des Geschlechts.

Wer also die Beteiligung von Frauen in Führungspositionen und Aufsichtsräten im Blick hat, muss sich um die Berufswahl und das Erwerbsverhalten kümmern. Und auch wenn beides zunächst in die Domäne der einzelnen Frau oder des einzelnen Mannes fällt, sind deutsche Unternehmen hier schon längst aktiv. Zum einen sensibilisieren sie junge Frauen für Ausbildungswege gerade im technischen Bereich, die beste Aufstiegsperspektiven bieten. Zum anderen bemühen sie sich, die Arbeitswelt familienbewusster zu gestalten, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Gesetzgeberische Nachhilfe ist daher unangebracht.

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IW-Direktor Michael Hüther
Interview, 10. Februar 2017

Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen „Vorstandsgehälter sind die Sache des Aufsichtsrats“Arrow

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, warum er von dem Vorschlag der SPD, Managergehälter zu begrenzen, nichts hält und warum sich ein gesetzlicher Eingriff verbietet. mehr

Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-Industrie
Gutachten, 9. Februar 2017

Holger Schäfer Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-IndustrieArrow

Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr