Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt Image
Die Bundesarbeitsministerin will Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge schaffen. Doch gerade einfache Tätigkeiten taugen meist nicht als Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt. Foto: cesaria1/iStock

Die meisten Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sind hochmotiviert und wollen einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Ihnen nun Ein-Euro-Jobs anzubieten, würde allerdings nur kurzfristig bei der sozialen Integration helfen. Denn die Jobs taugen nur selten als Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt – vor allem, wenn es an fachlicher Qualifikation mangelt. Und um die ist es gerade bei Flüchtlingen oft nicht optimal bestellt.

Entsprechend sollte die Arbeitsministerin die Steuermillionen lieber dafür nutzen, den Schwerpunkt auf Qualifizierung zu legen – und die Asylverfahren zu beschleunigen, um einen schnellen Eintritt in den regulären Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Letztlich könnten die Ein-Euro-Jobs nämlich sogar kontraproduktiv wirken: Wenn die Flüchtlinge diesen einfachen Tätigkeiten nachgehen, bleibt ihnen weniger Zeit für Sprachkurse sowie für die fachliche Aus- und Weiterbildung. Doch nur damit kann Integration und eine Entlastung der Sozialsysteme wirklich gelingen.

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IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

„Bis 2020 haben wir Vollbeschäftigung“
Interview, 9. Februar 2017

Klaus-Heiner Röhl auf brandeins.de „Bis 2020 haben wir Vollbeschäftigung“Arrow

IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl prognostiziert, dass es auch im Osten Deutschlands bis zum Jahr 2020 vielerorts Vollbeschäftigung geben wird. Im Interview mit dem Onlinemagazin brandeins.de spricht er außerdem über Pendler-Hochburgen und Abwanderungsregionen. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr