London sperrt sich Image
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Während die Finanzmärkte Europas zu einem integrierten Finanzmarkt zusammen wachsen, handeln die Aufsichtsinstitutionen oberflächlich betrachtet weitgehend unkoordiniert. Die Europäische Kommission möchte die Zusammenarbeit der nationalen Aufsichten intensivieren und dazu neue Institutionen schaffen. Der Europäische Rat für Systemrisiken soll die Stabilität des Finanzsystems insgesamt überwachen und damit eine wichtige Lücke der Finanzaufsicht schließen.Die Institutionen des Finanzsystems und die Wertpapiermärkte werden zwar schon auf nationaler Ebene überwacht. Doch diese Kontrolle soll in Zukunft durch drei neue Institutionen – eine für Banken, eine für Versicherungen und eine für Wertpapiermärkte – koordiniert werden. Dadurch erhofft man sich einheitliche Regeln und Konsequenzen.

Eine besser koordinierte Aufsichtsarbeit ist zweifellos begrüßenswert, aber die Rechnung wird man nicht ohne London machen können, schließlich ist das der wichtigste Europäische Finanzplatz. Die Briten misstrauen bekanntlich und nicht ohne Grund der europäischen Bürokratie. Es wird deshalb noch viel Wasser die Themse, die Seine und den Rhein hinunterfließen, bis neue Institutionen für die Finanzaufsicht entstehen. Wichtiger als die Institutionen sind sowieso die inhaltlichen Regeln und die werden in Basel vorbereitet und später in nationales Recht umgesetzt.

Europäische Bankenunion
IW-Nachricht, 8. November 2016

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Schadet die EZB-Geldpolitik mehr, als sie nützt?
Gastbeitrag, 19. Oktober 2016

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