Im Idealfall verarbeiten Finanzmärkte Nachrichten, die sich dann in Wertpapierpreisen niederschlagen. Die jüngsten Kapriolen passen jedoch kaum in dieses Bild. Unsicherheiten, aber auch die Gruppendynamik spielt hier hinein: Auch wenn man selbst keine Finanzierungsprobleme beispielsweise von Italien befürchtet, so reicht die Sorge, dass viele andere dies tun, um Hals über Kopf italienische Papiere zu verkaufen.

 

Die bisher beschlossenen Maßnahmen der Politiker und der Zentralbanken erkaufen nur Zeit – die allerdings kaum reichen wird. Denn die bisher eingeleiteten Reformen der staatlichen Ausgaben- und Einnahmenpolitik wirken nur mit großer Verzögerung. Die Finanzmärkte dürften also auf absehbare Zeit volatil bleiben.

IW-Report
IW-Report, 30. September 2016

Tobias Hentze Stellungnahme zum Haushaltsplan 2017 des Landes Nordrhein-WestfalenArrow

Solide Staatsfinanzen sind eine wichtige Voraussetzung, um Spielräume für zukunftsorientierte Investitionen zu schaffen oder um auf außergewöhnliche Aufgaben wie die derzeitige Flüchtlingsintegration vorbereitet zu sein. Der Weg bis zum ausgeglichenen Haushalt ist aber noch weit. mehr