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Berufliche Bildung Quelle: Ingo Bartussek – Fotolia

Der aktuelle Fortschrittsberichts belegt einmal mehr, dass in Deutschland Qualifikationen in den Bereichen Gesundheit und MINT – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – knapp sind. Das IW-Demografie-Tool zeigt: Die Zahl erwerbstätiger Fachkräfte mit beruflichem oder akademischem Abschluss wird im Gesundheitsbereich bis zum Jahr 2030 um 114.000 sinken und im MINT-Bereich sogar um 1,2 Millionen.

In der Tat könnte eine Halbierung der Teilzeitquote im Bereich Gesundheit eine spürbare Verbesserung des Fachkräfteangebots um 300.000 sogenannte Vollzeitäquivalente bewirken. Per Saldo könnte so das Fachkräfteangebot im Jahr 2030 um 186.000 Vollzeitäquivalente höher ausfallen als heute.

Im MINT-Bereich bewirkt die vorgeschlagene Maßnahme indes vergleichsweise wenig, da hier bereits heute rund 90 Prozent der Erwerbstätigen Vollzeit arbeiten. Im MINT-Bereich, das zeigt das Demografie-Tool, könnten stattdessen vor allem mehr Zuwanderung und ein späterer Renteneintritt ein entscheidender Hebel für die Versorgung mit Fachkräften sein. Deshalb sollte die Bundesregierung die Pläne der Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren begraben.

Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-Industrie
Gutachten, 9. Februar 2017

Holger Schäfer Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-IndustrieArrow

Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr