Fachkräftegipfel Meseberg
Quelle: Fotolia
Fachkräftegipfel Meseberg
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Auf dem morgigen Fachkräftegipfel streitet die Bundesregierung erneut über ein Zuwanderungskonzept. Der große Wurf ist jedoch nicht zu erwarten. Im Vorfeld des Fachkräftegipfels empfahl die Kanzlerin der Wirtschaft vielmehr bereits, sich die nötigen Mitarbeiter vorrangig in Deutschland zu suchen. Sie verkennt dabei offenbar, dass inzwischen selbst die Bundesagentur für Arbeit versucht, im europäischen Ausland geeignete arbeitslose Ingenieure zu rekrutieren, da sie diese im Inland nicht mehr findet.

Immerhin: Die bürokratische Vorrangprüfung – nur, wenn es keinen Bewerber aus Deutschland und der EU gibt, darf ein ausländischer genommen werden – für Ingenieure und Ärzte dürfte künftig entfallen. Eine erfolgreiche Politik darf sich jedoch nicht nur an aktuellen Arbeitsmarktengpässen orientieren, sondern muss vielmehr langfristig ausgerichtet sein. Wer in Meseberg jedoch darauf hofft, dass die Mindestverdienstgrenze für qualifizierte Zuwanderer sinkt, das deutsche Zuwanderungsrecht entbürokratisiert wird oder gar ein qualifikationsorientiertes Zuwanderungskonzept auf den Weg gebracht wird, der dürfte enttäuscht werden.

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr

Demografie
IW-Nachricht, 1. Februar 2017

Demografie Schrumpfen war gesternArrow

Die Rekordzuwanderung des Jahres 2015 und steigende Geburtenzahlen hellen die einst düsteren Demografie-Aussichten auf – derzeit wächst die deutsche Bevölkerung. Auch auf lange Sicht rechnet die Bundesregierung mit einer stabilen Bevölkerungszahl. Die politischen Herausforderungen werden aber nicht weniger. mehr