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Um Wachstum und Wohlstand zu sichern, ist Deutschland stark auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Quelle: taka - Fotolia

Auch wenn die demografischen Vorzeichen derzeit nicht allzu schlecht stehen, haben viele Unternehmen bereits heute Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. In den nächsten Jahren drohen noch deutlich massivere Engpässe, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in Rente gehen.

Zuwanderung könnte diesen Effekt abfedern. Das Institut für Berufs- und Arbeitsmarktforschung (IAB) schätzt den Bedarf auf 400.000 Zuwanderer im Jahr. Realistisch sei aber nur eine Nettozuwanderung von rund 200.000 Personen, sagte IAB-Migrationsexperte Herbert Brücker der Rheinischen Post. Um mehr Arbeitnehmer aus dem Ausland zu gewinnen und diese in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, ist eine Reihe an Maßnahmen notwendig:

  • Modernisierung des Zuwanderungsrechts: Deutschland muss vermehrt um Fachkräfte aus dem außereuropäischen Ausland werben, da der demografische Wandel auch andere EU-Länder trifft. Dafür ist ein modernes Einwanderungsrecht notwendig. Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine Reihe neuer Zugangswege für Fachkräfte aus dem Ausland geöffnet, wie zum Beispiel die Blaue Karte EU. Ohne konkretes Stellenangebot finden Drittstaatenangehörigen aber immer noch keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Zudem ist das deutsche Zuwanderungsrecht an vielen Stellen so komplex, dass selbst Experten nur schwer einschätzen können, ob und unter welchen Bedingungen Bewerber einen Aufenthaltstitel erhalten können.
  • Öffnung des beruflichen Bildungssystems für junge Menschen aus dem Ausland: Besonders bei den beruflich qualifizierten Fachkräften drohen in den nächsten Jahren große Engpässe. Gleichzeitig können diese aufgrund der unterschiedlichen Bildungssysteme nicht so leicht aus dem Ausland gewonnen werden. Daher muss das berufliche Bildungssystem für junge Zuwanderer weiter geöffnet werden. Drittstaatenangehörige sollten beispielsweise leichter Zugang zu passgenauen Sprachkurs-, Nachqualifizierungs- und Betreuungsangeboten erhalten.
  • Etablierung einer gelebten Willkommenskultur: Um Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, ist nicht nur der rechtliche Rahmen von Belang – entscheidend ist, dass sich ausländische Fachkräfte in Deutschland wertgeschätzt und wohl fühlen. Um dies zu erreichen, sind viele kleine Schritte notwendig, etwa gezielte Informationsangebote für potenzielle Zuwanderer, eine offene Servicekultur in den zuständigen Behörden und Rücksichtnahme auf besondere Bedürfnisse der Zuwanderer im alltäglichen Leben.

Ansprechpartner

6. Dezember 2016

Bildung Kompetenzen stärken, Jobchancen verbessernArrow

In Europa können rund 70 Millionen Menschen nicht richtig lesen, schreiben und rechnen. Auch fehlt es vielen an digitalen Kompetenzen. Die EU-Kommission will das mit ihrer New Skills Agenda ändern. In deren Rahmen sollen unter anderem mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung begeistert werden. Der Ansatz ist gut, doch mit dem Hauptpunkt der Agenda, einer „Kompetenzgarantie“, sendet die EU falsche Signale. mehr auf iwd.de

Diversity Management – Bunte Mischung aus Alt und Jung
Gastbeitrag, 5. Dezember 2016

Christiane Flüter-Hoffmann für Mediaplanet Diversity Management – Bunte Mischung aus Alt und JungArrow

Auszubildende unter 20 Jahre und Silver Worker über 65 Jahre – diese beiden Beschäftigtengruppen zeigen die große Spannweite von Altersgruppen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Ein Gastbeitrag von IW-Personalökonomin Christiane Flüter-Hoffmann auf dem Onlineportal erfolg-und-business.de der Agentur Mediaplanet. mehr

Interview, 1. Dezember 2016

Axel Plünnecke im Deutschlandfunk "Der Osten droht dauerhaft abgehängt zu werden"Arrow

In Deutschland fehlen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaft so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor. Besonders der Osten sei betroffen, sagte Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Deutschlandfunk. Dort gebe es weniger Zuwanderung. Die helfe aber "sehr stark, die Fachkräftesicherung und die Innovationskraft zu erhalten". mehr