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Die Höhe der eintägigen Einlagen bei der EZB ist ein Indiz dafür, in wie weit sich die Finanzinstitute über den Weg trauen. Denn normalerweise geben sich die Banken untereinander Kredite, anstatt die Gelder mit Zinsverlust bei der EZB zu deponieren. Allerdings ist der Zinsverlust bei den aktuell niedrigen Refinanzierungskosten kurzfristig verschmerzbar.

Die Banken geben ihr Geld zudem praktisch dem Absender zurück – Ende 2011 hatte die EZB über einen Dreijahreskredit fast 500 Milliarden Euro an die Banken der Eurozone ausgeschüttet. Generell bieten solche Mittel den Kreditinstituten ein gewisses Sicherheitspolster, sie beruhigen den Finanzmarkt und führen dazu, dass die Banken diese Gelder wieder zur gegenseitigen Kreditvergabe verwenden – allein schon aus dem Gewinnstreben der Institute heraus. Die Tatsache, dass die Institute die EZB-Gelder wieder bei der EZB lagern, zeigt nicht nur gegenseitiges Misstrauen, sondern auch, dass die Banken nicht gerade unter akuter Liquiditätsnot leiden.

Die EZB ist nun gefordert, auch darauf zu achten, dass die Banken die momentan gelagerten Gelder später nicht zur übermäßigen Kreditvergabe nutzen, was wiederum zu spekulativen Blasen führen könnte.

Referendum in Italien
IW-Nachricht, 2. Dezember 2016

Referendum in Italien Panik unangebracht Arrow

Am Sonntag stimmen die Italiener darüber ab, ob sie der vernünftigen und überfälligen Verfassungsreform ihrer Regierung zustimmen oder nicht. Das Referendum gilt auch als Vorentscheid über den Verbleib Italiens in der Europäischen Währungsunion. Doch selbst bei einem „Nein“ zu den Reformen ist ein Euro-Austritt längst nicht ausgemacht. mehr

16. November 2016

Außenhandel Überschüsse in der Leistungsbilanz sind kein SanktionsgrundArrow

Die deutsche Wirtschaft schreibt im Außenhandel schwarze Zahlen. Anders als oft behauptet geht der Leistungsbilanzüberschuss jedoch nicht zulasten der Krisenländer im Euroraum. Vielmehr hat der wirtschaftliche Aufstieg der Schwellenländer zu einer besonders großen Nachfrage nach Produkten der deutschen Investitionsgüterbranche geführt. mehr auf iwd.de

Schadet die EZB-Geldpolitik mehr, als sie nützt?
Gastbeitrag, 19. Oktober 2016

Michael Hüther im Magazin Positionen Schadet die EZB-Geldpolitik mehr, als sie nützt?Arrow

Die Europäische Zentralbank will die Wirtschaft ankurbeln, indem sie die Zinsen gen null drückt: Sparen allein lohnt nicht mehr – wer sein Geld mehren will, muss investieren. Aber sorgt dieser Gedanke tatsächlich für den angestrebten Effekt? Diese Frage ergründet IW-Direktor in einem Gastbeitrag für Positionen, das Magazin der deutschen Versicherer. mehr