Der drohende Dominoeffekt Image
Quelle: Fotolia

Österreich muss für seine zweijährigen Anleihen Zinsen in Höhe von 1,847 Prozent zahlen – vor gut einer Woche war es nur 1 Prozent. Noch dramatischer ist die Situation in Belgien, wo die Zinsen von 2,707 Prozent am 7. November auf heute 4 Prozent gestiegen sind. In den anderen betroffenen Ländern ist die Lage kaum besser.

Trotz dieser hohen Zinsen müssen die Staaten allerdings nicht unmittelbar unter dieser Zinslast leiden, da sie zum Teil längerfristig finanziert sind und niedrigere Zinsen am Primärmarkt gezahlt haben. Dennoch gibt die aktuelle Situation die Sicht der Investoren wider – und die ist keinesfalls optimistisch: Die Angst wächst vor weiteren Ansteckungen auch der sogenannten sicheren Länder, also selbst Staaten, die die beste Bewertung, das AAA-Rating, vorweisen können. Dies liegt zum Teil auch an den immer schlechter werdenden konjunkturellen Aussichten: In den Niederlanden etwa sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Sommer im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent.

Die EZB könnte nun weitere Anleihen der Staaten kaufen, um die Zinsen wieder zu drücken. Doch damit könnte die Zentralbank nicht nur die Inflation verstärken, sondern sich selbst noch weiter abhängig von der Politik machen. Nicht zuletzt nimmt sie mit ihren Eingriffen den Druck auf die Eurostaaten, mutige Reformen anzugehen.

Immerhin macht Österreich einen Schritt in die richtige Richtung, um Vertrauen zurückzugewinnen: Der Alpenstaat verordnet sich eine Schuldenbremse, die eine Schuldenobergrenze von 60 Prozent des BIP bis 2020 vorsieht.

EU-Austritt
IW-Nachricht, 17. Januar 2017

EU-Austritt Harter Brexit, weiche Landung?Arrow

Die Briten wollen den harten Brexit: raus aus dem Binnenmarkt und raus aus der Zollunion. Das machte Premierministerin Theresa May in ihrer heutigen Rede klar. Doch auch das muss nicht das Ende des freien Handels zwischen der EU und Großbritannien bedeuten. Vielmehr ist ein Freihandelsabkommen 3.0 – also einer neuen Generation – denkbar. Dafür müssen aber beide Seiten aufeinander zugehen. mehr

IW-Unternehmensbefragung – Brexit
IW-Pressemitteilung, 12. Januar 2017

IW-Unternehmensbefragung Keine Angst vor dem BrexitArrow

Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland reagiert gelassen auf den drohenden Brexit. Nur rund jedes 50. Unternehmen befürchtet starke Produktionseinbußen, wie eine IW-Umfrage zeigt. Die britische Regierung kann in den Austrittsverhandlungen folglich nicht darauf setzen, dass sich die deutsche Wirtschaft für weiche Kompromisse zugunsten der Briten einsetzt. mehr

Digitaler Binnenmarkt
IW-Nachricht, 10. Januar 2017

Digitaler Binnenmarkt Europa, einig Datenraum?Arrow

Daten sind die Währung des digitalen Zeitalters. Um das Potenzial einer europäischen Datenwirtschaft optimal zu nutzen, möchte die Europäische Kommission die Datenrechte weiter vereinheitlichen. Das ist längst überfällig, um den Anschluss an die USA nicht völlig zu verlieren. mehr