Entgeltungleichheit Image
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Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Unternehmen der Privatwirtschaft und der öffentlichen Verwaltung mit in der Regel mehr als 15 Beschäftigten in regelmäßigen Abständen einen Entgeltbericht vorlegen müssen, der nach dem Geschlecht differenzierte Angaben ausweist. Unabhängige Sachverständige oder die Antidiskriminierungsstelle des Bundes überprüfen diese Berichte dann. Die Antidiskriminierungsstelle hat danach auch die Möglichkeit, Geldbußen zu verhängen, wenn z.B. Unternehmen binnen bestimmter Fristen nichts gegen eine zuvor festgestellte Entgeltungleichheit getan haben.

Der Entwurf vernachlässigt jedoch, dass das Phänomen der Entgeltungleichheit zum einen auf einer Vielzahl von Ursachen beruht: Knapp zwei Drittel des durchschnittlichen Entgeltunterschieds lassen sich allein etwa durch Unterschiede in der Ausbildung, Berufserfahrung, im Dienstalter, durch die Tätigkeit und weitere Faktoren erklären, wie das Statistische Bundesamt gezeigt hat.

Zum anderen wird durch die Berichtspflichten ein bürokratischer Aufwand für Unternehmen geschaffen, ohne dass mit diesem Verfahren zuverlässig eine Ungleichbehandlung nachgewiesen werden könnte. Denn Löhne zeigen auch Knappheiten: Gerade in Zeiten bestehender Fachkräfteengpässe kann es in individuellen Gehaltsverhandlungen und in bestimmten Berufen oder für bestimmte Qualifikationen notwendig sein, abweichende Löhne zu bezahlen.

Außerdem dürften Unternehmen grundsätzlich ein Eigeninteresse an funktionsgerechten und geschlechtsneutralen Entgeltstrukturen haben. Mit Logib-D (Lohngleichheit im Betrieb – Deutschland, www.logib-d.de) steht ihnen bereits heute und auf freiwilliger Basis ein Analyseinstrument zur Verfügung, mit dem sie den Ursachen von möglichen Entlohnungsunterschieden nachspüren können.

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IW-Report
IW-Report, 15. Juli 2016

Andrea Hammermann / Jörg Schmidt / Oliver Stettes A web tool-based equal gender pay analysis for a competitive EuropeArrow

The equal pacE web tool is an interactive software application that informs the user about the extent of gender pay gaps in his or her organisation. In this IW-Report the researches present the tool's features and give an overview about the lessons learned from using the tool. mehr

Lohnlücke
IW-Pressemitteilung, 13. Juni 2016

Lohnlücke Der Staat muss nicht handelnArrow

Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich rund 21 Prozent weniger als Männer. Die Bundesregierung findet das besorgniserregend und will mit einem „Lohngerechtigkeitsgesetz“ gegensteuern. Doch eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: Die gesamtwirtschaftliche Lohnlücke ist wesentlich kleiner als gedacht, ein staatlicher Eingriff nicht gerechtfertigt. mehr