Erwerbspause wirft Frauen zurück Image
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Mit dem Equal Pay Day wird regelmäßig auf den so genannten Gender Pay Gap hingewiesen, d.h. auf die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug diese 22 Prozent im Jahr 2012. Allerdings werden dabei nur die durchschnittlichen Entgelte von Frauen und Männer betrachtet – und zwar unabhängig von persönlichen oder arbeitsplatzbezogenen Unterschieden. Angaben zu Ausbildung, Berufserfahrung, Erwerbsumfang, familienbedingter Auszeiten usw. fallen unter den Tisch.

Gerade auf diese Aspekte kommt es jedoch an, wenn man nach Ursachen für Unterschiede bei der Entlohnung sucht. Dass beispielsweise die Dauer einer Erwerbspause von großer Bedeutung ist, hat das IW Köln zuletzt für das Jahr 2011 gezeigt: Danach beträgt der Verdienstabstand nur noch knapp 2 Prozent, wenn die Entgelte von Frauen mit einer Auszeit von bis zu anderthalb Jahren mit denen von Männern verglichen werden und diese sich bezogen auf viele weitere Merkmale nicht unterscheiden. Wer also die Entgeltlücke reduzieren will, sollte den raschen Einstieg nach einer Erwerbspause ermöglichen und vor allem den Ausbau der Kita-Plätze für unter 3-Jährige weiter vorantreiben.

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Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

Arbeitsmarktreformen – Unnötige Regulierungen
IW-Nachricht, 11. Januar 2017

Entgeltgleichheitsgesetz und Rückkehrrecht Unnötige RegulierungenArrow

Im Jahr 2016 waren so viele Menschen in Deutschland beschäftigt wie nie zuvor. Dennoch hat die Regierung in dieser Legislaturperiode noch zwei Arbeitsmarktreformen auf der Agenda: das Lohngerechtigkeitsgesetz und den Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit. Beide Gesetze sind weder nötig noch hilfreich. mehr

Interview, 9. Januar 2017

Wido Geis im MDR "Problem Männerüberschuss"Arrow

In den vergangenen Jahren sind viele Frauen aus dem Osten in den Westen gegangen. Inzwischen verlassen mehr Männer den Osten. Das geht aus einer Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Dennoch herrscht demnach in den strukturschwachen Regionen weiter Männerüberschuss. IW-Migrationsforscher Wido Geis auf MDR Aktuell zu den Folgen. mehr