Klima-Wegweiser aus Europa Image
Europa hat die Richtung vorgegeben: China will einen Emissionshandel nach europäischem Vorbild einrichten. Foto: Schulzfoto/Fotolia

Der chinesische Staatschef Xi Jinping trifft am Freitag US-Präsident Barack Obama. Auf ihrer Agenda steht auch das Thema Treibhausgase – bevor der UN-Klimagipfel in Paris im späten November beginnt, wollen sie darüber sprechen, wie die Staaten den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 bremsen können. Keine leichte Aufgabe: China verursacht, auch wegen seines starken Wirtschaftswachstums, inzwischen fast ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen und liegt damit noch deutlich vor den USA. Doch auch in China wächst die Einsicht, dass sich etwas ändern muss. Präsident Xi plant daher ein System zum Emissionshandel nach europäischem Vorbild.

Dass der zum internationalen Vorbild taugt, bezweifeln seine Kritiker. Viele hatten ihn bereits für gescheitert erklärt, denn der Preis für eine Tonne CO2 liegt mit etwa 8 Euro so niedrig, dass es für viele Firmen günstiger ist, Emissionszertifikate zu kaufen statt in CO2-arme Technologien und Produktionswege zu investieren. Der aktuelle Preis spiegelt dabei nur das Marktgeschehen wider: Nicht zuletzt aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Wirtschaft weltweit deutlich langsamer gewachsen als erwartet. Emissionszertifikate sind reichlich vorhanden und ihr Preis dementsprechend niedrig. Dennoch sorgt der Emissionshandel dafür, dass nicht mehr CO2 ausgestoßen wird als festgelegt - auch wenn die Wirtschaft in Zukunft wieder schneller wächst.

Ab 2017 will China den Emissionshandel landesweit einführen. Damit kann es Peking gelingen, den CO2-Ausstoß Chinas nicht weiter so ansteigen zu lassen wie bisher. Und das ist die einzige Chance für das Klima weltweit. Da es dem Klima egal ist, ob Treibhausgase in China oder in Deutschland verursacht werden, verpuffen alle europäischen Bemühungen und bisherigen kleinen Erfolge bei der Reduktion von CO2, solange die Emissionen in China ungebremst weiter steigen.

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