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Die Eigenheimzulage hat den Bund bis zum Jahr 2005 jährlich gut 10 Milliarden Euro gekostet. Außerdem setzt dieses Förderinstrument falsche Anreize: Erstens ist die Eigenheimzulage vor allem für Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäusern interessant, die vorranging an Ortsrändern und in Vororten gebaut werden. Dies führt zur Zersiedelung der Landschaft und einem höheren Verkehrsaufkommen. Zweitens überwiegen die Mitnahmeeffekte – einmal direkt für die Bauherren, die vielfach auch ohne zusätzliche Anreize bauen, und noch einmal für die Bauwirtschaft, die höhere Baukosten leichter durchsetzen kann.

Die Wiedereinführung der Eigenheimzulage kann zudem nicht helfen, die aktuellen Probleme auf den Mietwohnungsmärkten zu lösen. Schließlich wird nur der Bau von selbstgenutztem Wohneigentum gefördert und nicht das Mieten von Wohnungen. Darüber hinaus ist die Eigenheimzulage eine Förderung nach dem Gießkannenprinzip. Von den steigenden Preisen und Mieten sind aber nur die 15 größten Großstädte mit rund 15 Millionen Einwohnern betroffen – der Rest der Republik hat hingegen eher mit Abwanderung, Leerstand und sinkenden Preisen sowie Mieten zu kämpfen. Ursache für die Preissteigerungen in den Metropolen ist die dort stark gestiegene Nachfrage, die sich vor allem auf zentrumsnahe Lagen konzentriert, wo das Angebot an Bauland knapp ist. Deutlich zielgerichteter wäre es deshalb, die Förderung zur Wiederbelebung von innerstädtischen Brachflächen aufzustocken.

Die Wiedereinführung der Eigenheimzulage wäre also ein gefährlicher und teurer Griff in die Mottenkiste – genauso wie die Forderungen der SPD nach einer Deckelung der Neuvertragsmieten. Beide Ideen sind im Wahlkampfjahr parteipolitisch verständlich, aber aus förderpolitischer Sicht abzulehnen. Zur Entlastung der Mieter ist es besser, auf Wohngeld zu setzen, das den Zugang zu angemessenem Wohnen in Ballungszentren ermöglicht. Um die Bautätigkeit und die Investitionen anzukurbeln, kann derweil darüber nachgedacht werden, die Abschreibungsregeln zu überdenken: Im Jahr 2008 wurde die degressive Abschreibung abgeschafft. Seither werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten mit jährlich 2 Prozent linear über 50 Jahre abgeschrieben. Der tatsächliche Wertverzehrs ist aber deutlich höher, sodass Spielraum zur Anhebung der jährlichen Abschreibung besteht.

Ansprechpartner

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr

Reform der Grunderwerbsteuer
Gutachten, 6. Februar 2017

Tobias Hentze / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Reform der GrunderwerbsteuerArrow

Deutschland gilt als Mieternation. Lediglich 45 Prozent der Haushalte in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Dies liegt zum großen Teil an der hohen Grunderwerbssteuer. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat untersucht, was nötig wäre, um die Wohneigentumsquote zu erhöhen. mehr

„Die Glücksritter würden verschwinden“
Interview, 3. Februar 2017

Michael Voigtländer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „Die Glücksritter würden verschwinden“Arrow

Michael Voigtländer, Immobilienökonom im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, sprach im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das Bestellerprinzip für Makler auch beim Wohnungskauf. mehr