Chinesische Investitionen in Deutschland Image
Die Roboter von Kuka gelten als weltweit wegweisend für die Industrie 4.0 – jetzt sind Chinesen an der Firma interessiert. Foto: monstArrr/iStock

Die Angst vor einer chinesischen Übernahme ist oft groß. Welche Ziele verfolgen die neuen Eigentümer? Wollen sie die Unternehmen fortführen oder sind sie nur am Know How interessiert? Um diese Fragen zu beantworten, ist es sinnvoll, die Perspektive der Chinesen einzunehmen:

In den vergangenen Jahrzehnten haben chinesische Unternehmen ihr Geschäft zu sehr auf das Reich der Mitte ausgerichtet. Nun macht sich die Sorge breit, Chinas Wachstumsmaschine könnte bald die Puste ausgehen. Eine Diversifizierung des Geschäfts und der Zugang zu ausländischen Märkten werden immer wichtiger. Deswegen schauen sich die Chinesen nun auch in Europa um.

Zudem hat sich die Produktions- und Angebotsstruktur Chinas verändert. Der Stempel „Made in China“ findet sich immer häufiger auf Hochtechnologieprodukten. Doch um die Kunden bei entsprechenden Produkten zu betreuen, zu beraten sowie ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen, ist Präsenz auf dem Markt unerlässlich. Allein aus diesem Grund wollen die chinesischen Investoren ihre Präsenz in Europa stärken. Dabei lässt sich Markenbindung viel leichter mit einer übernommenen etablierten europäischen Marke herstellen als mit einer neu eingeführten chinesischen.

Zahlreiche Beispiele haben bisher gezeigt, dass es keinen Grund zur Sorge für deutsche Belegschaften gibt: Der Betonpumpenhersteller Putzmeister oder der Automobilzulieferer Kiekert wurden beispielsweise ebenfalls aus Fernost übernommen. Die Chinesen haben bis heute an den Standorten festgehalten und schufen im Fall Putzmeister sogar neue Stellen. Auch beim Roboterhersteller Kuka spricht für den Fall einer chinesischen Übernahme viel dafür, dass die Käufer den Standort halten. Das Ziel der Chinesen ist es in der Regel nämlich, den Betrieb fortzuführen, ja sogar zu expandieren.

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