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Die Bedeutung der Aktienmärkte für private Investoren ist in China im Vergleich mit Industrieländern verhältnismäßig gering. Bacho Foto – Fotolia

Der Aktiencrash an den chinesischen Börsen hat die hohen Gewinne seit Anfang des Jahres vernichtet. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings: Anleger, die Anfang des Jahres in den chinesischen Leitindex investierten, stehen jetzt ebenso gut da wie zuvor. Von Januar 2014 bis heute stiegen die Aktienkurse sogar um die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes – trotz des jüngsten Kurseinbruchs.

Für die deutsche Wirtschaft sind aktuell dennoch zwei Szenarien vorstellbar, durch die sich die Baisse an den chinesischen Aktienmärkten bremsend auf das Geschäft auswirken könnte. Erstens könnten chinesische Konsumenten auf den Konsum deutscher Güter verzichten. Zweitens könnte eine abgeschwächte Binnennachfrage in China zu einem Investitionsverzicht chinesischer Unternehmen führen – dann gäbe es weniger Potenzial für den Export von Investitionsgütern. Aufgrund der extrem starken Investitionsquote Chinas und dem niedrigen Konsum im Reich der Mitte ist das Investitions-Szenario ohne Zweifel das relevantere.

Inwiefern die chinesische Binnenwirtschaft aber überhaupt durch die schwierige Lage am Aktienmarkt beeinträchtigt wird, ist fraglich. Denn obwohl chinesische Haushalte aufgrund des schlechten Sozialsystems eine hohe Sparquote aufweisen, halten nur 6 Prozent Aktien und kommen damit auf weniger als 5 Prozent des Marktvolumens. Damit ist die Bedeutung der Aktienmärkte für private Investoren in China im Vergleich mit Industrieländern verhältnismäßig gering. Es gilt deshalb die Feststellung: Institutionelle Finanzmarktakteure, die in China auf ein Wirtschaftswunder ohne Ende gewettet hatten, hat es jetzt unter Umständen kalt erwischt. Auf den chinesischen Binnenkonsum dürften sich die fallenden Aktienkurse jedoch nur bedingt auswirken.

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