Der EU-Vertrag sieht nach einer Austrittsankündigung eindeutig eine zweijährige Frist für Verhandlungen mit der EU vor, um die zukünftigen Beziehungen zu klären. Diese Frist kann nur verlängert werden, wenn alle EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Das erscheint jedoch mehr als unwahrscheinlich, sollten die Verhandlungen von britischer Seite mit aller Härte geführt werden.

Die EU wird nicht zulassen, dass sich die Briten die Rosinen herauspicken, also die Dinge behalten, die ihnen nützen, und diejenigen loswerden, die ihnen missfallen – und das auch noch sofort. Denn das Vereinigte Königreich wird nicht am längeren Hebel bei den Verhandlungen sitzen, allein schon, weil die Briten wirtschaftlich viel mehr auf die EU mit ihrem großen Absatzmarkt angewiesen sind als umgekehrt.

Darüber hinaus deuten zahlreiche politische Äußerungen aus Brüssel und von wichtigen EU-Partnern darauf hin, dass man auf EU-Seite harte Kante in den Verhandlungen zeigen wird. Ein auf die britischen Bedürfnisse maßgeschneidertes Abkommen lässt sich so wohl nicht erzielen – und erst recht nicht innerhalb der Zweijahresfrist.

IW-Kurzbericht

Berthold Busch / Jürgen Matthes: Brexit – Das Vereinigte Königreich vor dem Austritt aus der EU?

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Presseveranstaltung, 23. Januar 2017

Pressegespräch Mit Trump, trotz Brexit: Wie die EU zu retten istArrow

Das IW hat analysiert, was die EU tun kann, um die Herausforderungen zu meistern und die Wirtschaft langfristig zu stärken. Unter anderem kommt dabei der EZB eine zentrale Rolle zu. Die Ergebnisse und die Entwicklungen erläutert IW-Direktor Michael Hüther in einem Pressegespräch. mehr

EU-Austritt
IW-Nachricht, 17. Januar 2017

EU-Austritt Harter Brexit, weiche Landung?Arrow

Die Briten wollen den harten Brexit: raus aus dem Binnenmarkt und raus aus der Zollunion. Das machte Premierministerin Theresa May in ihrer heutigen Rede klar. Doch auch das muss nicht das Ende des freien Handels zwischen der EU und Großbritannien bedeuten. Vielmehr ist ein Freihandelsabkommen 3.0 – also einer neuen Generation – denkbar. Dafür müssen aber beide Seiten aufeinander zugehen. mehr

IW-Unternehmensbefragung – Brexit
IW-Pressemitteilung, 12. Januar 2017

IW-Unternehmensbefragung Keine Angst vor dem BrexitArrow

Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland reagiert gelassen auf den drohenden Brexit. Nur rund jedes 50. Unternehmen befürchtet starke Produktionseinbußen, wie eine IW-Umfrage zeigt. Die britische Regierung kann in den Austrittsverhandlungen folglich nicht darauf setzen, dass sich die deutsche Wirtschaft für weiche Kompromisse zugunsten der Briten einsetzt. mehr