Am Tropf des ausländischen Geldes Image
Quelle: sudok1 – Fotolia

Seit Anfang dieses Jahres steckt die brasilianische Wirtschaft in der Rezession. In den beiden ersten Quartalen 2014 schrumpfte die reale Wirtschaftsleistung, und auch die Investitionen lagen im zweiten Quartal um 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Privates Kapital verlässt zunehmend das Land, und die Wachstumsaussichten haben sich eingetrübt.

Viel zu lange Zeit hat Präsidentin Rousseff die Misere auf die globale Wirtschaftskrise geschoben und die Kapitalabflüsse als Reaktion auf die geldpolitische Wende in den USA dargestellt. Doch die wahren Gründe liegen im Land selbst: Das Land ist zu sehr auf ausländisches Kapital angewiesen, weil eine Finanzierung im Inland kaum möglich ist. Die private Sparquote ist wegen der Inflation und des hohen Rentenniveaus extrem niedrig. Auch der Staat hat kaum Luft für Investitionen: Die Neuverschuldung lag im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre bei mehr als 3 Prozent. Unter dem Strich betrug die Investitionsquote 2013 gerade mal 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – Indien und China beispielsweise kommen auf mehr als 30 Prozent.

Damit die brasilianische Wirtschaft wieder Tritt fassen kann, muss deshalb nun der Reformprozess in Gang kommen. Das Gesundheitssystem ist unterentwickelt, und auch das Bildungssystem macht zu wenig Fortschritte. Dennoch haben die Brasilianer das Vertrauen in die jetzige Präsidentin offenbar noch nicht komplett verloren. Sollte sie die Stichwahl gewinnen, bekommt sie noch eine Chance, das stolze Brasilien vor dem Abstieg zu bewahren.

Ansprechpartner

Deutsche Unternehmen sehen den Brexit gelassen
IW-Kurzbericht, 23. Januar 2017

Michael Grömling / Jürgen Matthes Deutsche Unternehmen sehen den Brexit gelassenArrow

Das Vereinigte Königreich (UK) will zwar aus dem Binnenmarkt austreten, mit einem umfassenden Freihandelsabkommen aber einen weitgehenden Zugang zu den EU-Absatzmärkten behalten. Es ist jedoch fraglich, ob sich die Europäische Union darauf einlässt. Die Brexiteers behaupten, dass vor allem deutsche Unternehmen, die sich um ihre Exporte in das UK sorgen, auf weiche Kompromisse zugunsten der Briten drängen, um weiterhin möglichst ungehindert Handel treiben zu können. Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) stellt diese Sichtweise jedoch infrage. mehr

IW-Trends, 16. Januar 2017

Tobias Hentze / Galina Kolev Gesamtwirtschaftliche Effekte der Flüchtlingsmigration in DeutschlandArrow

Auf der einen Seite sind die Effekte der Flüchtlingsmigration auf das Pro-Kopf-Einkommen und die fiskalische Bilanz leicht negativ. Auf der anderen Seite steigern die höheren Staatsausgaben verbunden mit einer zunehmenden Anzahl erwerbstätiger Flüchtlinge das Wirtschaftswachstum. mehr

Migrationseffekte – Integration schafft Wachstum
IW-Pressemitteilung, 16. Januar 2017

Migrationseffekte Integration schafft WachstumArrow

Die Flüchtlinge haben einen positiven Effekt auf die deutsche Konjunktur. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach erhöht die jüngste Zuwanderung das Bruttoinlandsprodukt bis 2020 um insgesamt rund 90 Milliarden Euro. Der Effekt auf das Pro-Kopf-Einkommen ist vorerst negativ. mehr