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Bildungspolitik Quelle: Robert Kneschke – Fotolia

Der PISA-Schock im Jahr 2000 und die überraschend schlechten Ergebnisse bei den TIMSS-Tests veranlassten die deutsche Kultusministerkonferenz zu einem Wandel von der Steuerung von Inputgrößen wie Stundentafel und Lehrerstellen hin zu Outputgrößen wie Lernerfolgen und Kompetenzen: Zur Qualitätssicherung von Unterricht und Schule wurden Bildungsstandards und Vergleichsarbeiten eingeführt. Vergleichsarbeiten sind schriftliche Tests, die flächendeckend und jahrgangsbezogen untersuchen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben. Die Vergleichsarbeiten dienen dabei nicht der Kontrolle der Lehrer oder Schulen, sondern helfen bei der Steuerung des Bildungssystems.

Studien wie PISA zeigen, dass Länder mit Zentralprüfungen und standardisierten Vergleichsarbeiten bessere Ergebnisse erreichen. Damit Schulen und Schüler in Deutschland profitieren, müssen die Potenziale der Vergleichsarbeiten umgesetzt werden: Vielfältige Vergleichsmöglichkeiten zum Lernstand der eigenen Klasse können Lehrkräften dabei helfen, ihren Unterricht zu entwickeln, sie begründen Fördermaßnahmen und geben eine Leistungsrückmeldung, um daraufhin den Unterricht im Kollegium besser abzustimmen.

Die Rahmenbedingungen hierfür haben die Länder deutlich verbessert: Kamen im Jahr 2000 rechnerisch noch 20,6 Schüler auf einen Grundschullehrer, so sind dies im Jahr 2012 nur noch 16,6 Schüler. Auch in den weiterführenden Schulen wurde die Ausstattung verbessert. Die Belastungen der Vergleichsarbeiten sollten folglich von den Schulen getragen werden können.

Diskussionsrunde zum Thema im alpha-Forum Wissenschaft im Bayerischen Rundfunk.

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Handlungsbedarf in MINT-Fächern
Gastbeitrag, 13. Dezember 2016

Christina Anger in der Fuldaer Zeitung Handlungsbedarf in MINT-FächernArrow

Im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind gegenwärtig deutlich mehr Stellen zu besetzen als Personen arbeitslos gemeldet sind. Vor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Erhebung keine gute Nachricht, schreibt IW-Bildungsökonomin Christina Anger in der Fuldaer Zeitung. mehr

IW-Report
IW-Report, 9. Dezember 2016

Tobias Hentze Stärkung der Schulinfrastruktur in Nordrhein-WestfalenArrow

Die Idee der Landesregierung, mehr Geld in Schulen zu investieren, ist zu begrüßen. Allerdings führt die vorgeschlagene Finanzierung über einen Schattenhaushalt zu einem weniger transparenten Haushalt, einer Umgehung der Schuldenbremse und einem größeren Risiko für die derzeitigen und zukünftigen Steuerzahler. mehr

PISA-Studie
IW-Nachricht, 6. Dezember 2016

Neue PISA-Studie Großer Handlungsbedarf in MINT-FächernArrow

Nach einem jahrelangen Aufwärtstrend haben sich die Kompetenzen deutscher Schüler zuletzt nicht weiter verbessert. In Mathematik und den Naturwissenschaften haben sie sich im Vergleich zu anderen OECD-Staaten sogar leicht verschlechtert. Das ist insbesondere angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs in den MINT-Berufen eine schlechte Nachricht. mehr