Berlin Image
Quelle: Fotolia

Bevölkerungsforscher hatten der Metropole ein Wachstum bis 2030 vorhergesagt – jedoch in weit geringerem Umfang. Erst 2020 sollte der aktuelle Wert erreicht werden. Die jüngste Beschleunigung des Wachstums betrifft aber nicht nur Berlin, sondern auch die drei anderen deutschen Millionenstädte. Während das Statistische Bundesamt für Deutschland insgesamt 2011 ein (zuwanderungsbedingtes) Bevölkerungsplus um circa 50.000 ermittelt hat, dürfte der Zuwachs in Berlin, Hamburg, München und Köln zusammengenommen etwa doppelt so hoch ausgefallen sein.

Und nicht nur die vier Metropolen legen zu, auch weitere Zentren wie Düsseldorf, Stuttgart, Frankfurt oder Dresden wachsen. Der Rest schrumpft also. Dabei kommt der Rückgang in der Fläche erst so richtig in Fahrt. Deutschland erlebt eine Konzentration der Bevölkerung auf die Metropolen, in denen sich Universitäten, hochwertige Dienstleistungen und Kulturangebote ballen.

Die Hintergründe dieser Entwicklung dürften vielfältig sein. Zum einen steigt der Anteil der Hochschulabsolventen, die in diesem Typ Stadt die besten Beschäftigungsangebote finden. Es gibt immer mehr Doppelverdienerhaushalte, in denen beide Partner einen Uniabschluss besitzen. Die führenden Großstädte bieten die besten Voraussetzungen, damit beide Partner mit möglicherweise ganz unterschiedlichen Abschlüssen einen adäquaten Job finden.

Zum anderen scheint auch der Trend zum Häuschen im Grünen gebrochen: Das moderne Großstadtapartment oder die sanierte Altbauwohnung stehen derzeit höher im Kurs, wie die Preisentwicklung zeigt. Der Abstand in den Mieten zwischen den Stadtzentren und dem flachen Land wächst.

Für Berlin kommt hinzu, dass die Stadt im Augenblick global angesagt ist: Vom koreanischen Studenten über den israelischen Jungunternehmer bis zum indischen Restaurantchef reicht die Spanne derer, die es an die Spree zieht. 2011 wurden so viele neue Unternehmen gegründet wie noch nie seit der Vereinigung der Stadt, wobei auch amerikanisches Wagniskapital Richtung Spree fließt.

Dieser Hype könnte allerdings in ein paar Jahren auch wieder abklingen, zumal der Standortvorteil niedriger Wohnungs- und Büromieten Stück für Stück verloren geht.

Ansprechpartner

Veranstaltung
Veranstaltung, 10. November 2016

Berliner Gespräche Herbsttagung 2016 Reform der Alterssicherung im demografischen Wandel – Aufgaben für die nächste LegislaturperiodeArrow

Das Jahr 2017 steht im Zeichen der Bundestagswahl, deren Ausgang auch für die Alterssicherung richtungsweisend sein kann. Denn die nächste Legislaturperiode wird die letzte sein, bevor die Baby-Boomer nach und nach in den Ruhestand wechseln. Noch besteht die Möglichkeit, den Ausgleich zwischen den Generationen zu tarieren, doch es ist Eile geboten. mehr

Grundsteuer
IW-Pressemitteilung, 22. September 2016

Grundsteuer Die Gebäude wegstreichenArrow

Die Länderfinanzminister wollen die Grundsteuer überarbeiten und Millionen Grundstücke neu bewerten lassen. Doch ihr Reform-Vorschlag ist zu kompliziert, zu aufwendig und könnte Neubauten verhindern, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die ideale Lösung wäre ganz einfach: Die Grundsteuer als reine Bodensteuer. mehr

15. September 2016

Grundsteuer Reine Bodensteuer statt GrundsteuerArrow

Die Mehrheit der Länderfinanzminister ist sich einig: Die Grundsteuer muss reformiert werden. Doch der vorliegende Kompromiss ist zu teuer und zu bürokratisch, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Dabei wäre die Lösung so einfach. mehr auf iwd.de