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Die Übernahmequote steigt demnach seit 2009 kontinuierlich an: von 30 Prozent auf zuletzt 39 Prozent im Jahr 2012. Hinzu kommt, dass in einem weiteren Drittel der auslaufenden Befristungen durch eine Verlängerung zumindest eine befristete Anschlussperspektive geschaffen wird. Der Grund, weshalb Unternehmen Befristungen nutzen, liegt indes auf der Hand. Denn nur so können Firmen bei einer unsicheren Auftragslage überhaupt einen Arbeitsplatz schaffen. Außerdem bietet die Befristung die Chance, neue Mitarbeiter mit ihren Kompetenzen, ihrer Motivation und ihrem Verhalten kennenzulernen.

Der genaue Blick auf die Zahlen zeigt zudem, dass Übernahmen in unbefristete Arbeitsverhältnisse in der Industrie und den industrienahen Dienstleistungsbranchen besonders häufig sind. Dagegen halten sich die öffentliche Hand, der Bildungssektor und Organisationen ohne Erwerbscharakter bei der Entfristung deutlich zurück. Interessanterweise kommen die heftigsten Vorwürfe an der Befristungspraxis allerdings von wichtigen Akteuren eben jener drei Branchen, die besser vor der eigenen Tür kehren sollten.

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Befristungen bei Beschäftigten unter 25 Jahren
IW-Nachricht, 28. Mai 2015

Befristungen bei Beschäftigten unter 25 Jahren Kein Grund zur AufregungArrow

Die jüngste OECD-Studie zu Bildung und Beschäftigung lobt Deutschland für die guten beruflichen Einstiegschancen für Jugendliche – das ist das Verdienst des hiesigen Berufsausbildungssystems. Kritisiert wird jedoch, dass die Hälfte der Beschäftigten im Alter von 15 bis 25 Jahren befristet ist. Dies taugt allerdings nicht zum Skandal, denn die Gründe liegen auf der Hand. mehr

Atypische Beschäftigung
IW-Nachricht, 21. April 2015

Atypische Beschäftigung Hartz IV brachte die WendeArrow

Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse, also der unbefristeten, abhängigen Stellen mit mehr als 20 Wochenstunden, befand sich jahrzehntelang auf Talfahrt. Erst mit den Hartz-Reformen wendete sich das Blatt. Doch diese positive Trendwende spielt in den jüngsten Medienberichten leider kaum eine Rolle. mehr

Junge Beschäftigte
IW-Nachricht, 24. November 2014

Junge Beschäftigte DGB beklagt ArbeitsbedingungenArrow

Die unter 35-Jährigen sind überdurchschnittlich häufig befristet beschäftigt, verdienen in der Regel weniger als die Älteren und leiden unter Zukunftsängsten, so eine neue Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Tatsächlich sind die Jüngeren trotz der vermeintlichen Benachteiligung zufriedener mit ihrem Job als die älteren Kollegen. mehr